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Der Wein - Basiswissen (20)

Wo wächst der Wein? (E)


Alle Fotos: © Eckhard Supp

 

Gallier und Römer

Dass Italiens Weinkultur einige Jahrhunderte älter ist als die französische, musste man bis in die 1970er-Jahre nicht unbedingt wissen. Der Weinbau des Landes schlief da noch einen jahrhundertelangen Dornröschenschlaf – nur unterbrochen vom kurzen Aufschwung des 19. Jahrhunderts -, und neben einfachem und billigem Lambrusco, Chianti und Frascati war außerhalb des Landes kaum etwas bekannt. Oinotria, Weinland, hatten die alten Griechen das südliche Italien genannt, und dieser Name war auch während der langen Herrschaft Roms noch Programm, im Mittelalter allerdings war Italiens Weinbau dann zur wenig beachtenswerten Subsistenzwirtschaft verkommen.

Um so erstaunlicher war die Kehrtwende, die vor allem toskanische und Piemonteser Winzer in den 1980er-Jahren auslösten. Innerhalb weniger Jahre eroberte sich das Land mit unzähligen herrlichen Weinen einen Spitzenplatz unter den Weinbaunationen der Welt. In Deutschland wurden Chianti und Barolo, aber auch Prosecco und Pinot grigio zum Inbegriff für modernen Weingenuss schlechthin. Eine der wenigen Regionen, die dabei zumindest an eine gewisse Qualitätstradition anknüpfen konnten, war das Piemont im Nordwesten. Schon im 4. oder 5. Jahrhundert v. Chr. brachten wahrscheinlich griechische Kaufleute die ersten Reben in die Region, aber in der Römerzeit waren deren Weine nicht sonderlich geschätzt. Das 19. Jahrhundert erst brachte die Geburt der trockenen, großen Rotweine aus der Nebbiolotraube, für die das Piemont heute berühmt ist.

König der Weine und Wein der Könige wird der berühmteste der Nebbioloweine, der Barolo, genannt. Wie sein etwas schlankerer, vielleicht auch eleganterer Bruder, der Barbaresco, gehört er zu den tanninhaltigsten Weinen der Welt. Traditionell gemachter Barolo, der lange auf der Maische gärt, braucht Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, um Trinkreife zu erlangen. Mit der Qualitätsrevolution der 1990er-Jahre hat sich das jedoch geändert: Die Ernteerträge wurden radikal reduziert, die Maischestandzeit von ursprünglich mehr als einem Monat auf teilweise nur noch wenige Tage verkürzt, und die Weine werden zumindest zum Teil in Barriques aus neuem Eichenholz ausgebaut. Das Ergebnis sind Gewächse, die deutlich früher trinkreif wirken als in der Vergangenheit.

Die meist kultivierte Rebsorte der Region aber heißt Barbera. Aus ihr wurden früher sehr säurebetonte, einfache Alltagsweine gemacht – heute bringt sie fruchtbetonte, samtene und opulente Rotweine hervor, deren beste internationale Klasse zeigen. Daneben spielen noch Dolcetto, Grignolino, Freisa, Bracchetto und Bonarda, in geringem Umfang auch französische Sorten wie Cabernet Sauvignon, Spätburgugunder (Pinot nero) etc. eine Rolle.

Konkurrenz für die Champagne

Das kleine Aostatal und die Küstenregion Ligurien, die im Nordwesten bzw. Süden an das Piemont anschließen, erzeugen aus einer Vielzahl nur hier verbreiteter Rebsorten frische, fruchtige Weine, die vorwiegend für den lokalen Konsum bestimmt sind. Ähnliches gilt für den Großteil der Lombardei, deren Anbaugebiete wie das Oltrepò Pavese immer noch hauptsächlich für die Metropole Mailand produzieren. Eine Ausnahme stellt das kleine Franciacortagebiet dar, in dem aus Chardonnay sowie Spät- und Weißburgunder flaschenvergorene Schaumweine erzeugt werden, die selbst mit den Prestigecuvées der Champagne konkurrieren können.

In der nördlichsten Region Italiens, Trentino-Südtirol, spiegelt sich die historische Teilung in einen italienischen und einen deutschprachigen Teil auch im Weinbau wider. Im südlicheren Trentino liegen die Weinberge in der kiesigen Schwemmlandebene des Etschtals und an den sehr steilen Hängen der Seitentäler mit ihren kargen, kalkhaltigen Böden. Hier wird vor allem Chardonnay kultiviert, aus dem unter anderem – wie in der Lombardei – hervorragender Schaumwein entsteht. Eine lokale Spezialität der Gegend um Mezzacorona ist die rote Rebsorte Teroldego, die angenehm fruchtige Weine hervorbringt.

Das nördlichere Südtirol hat sich einen Namen für frische, fruchtige Weißweine gemacht, obwohl hier mit dem Vernatsch eine rote Rebe große Weinbergsflächen belegt. Aus ihr werden der bekannte Kalterersee, bis in die 1990er-Jahre ein Synonym für einfachsten Massenwein und nur zögerlich auch in besseren Qualitäten angeboten, sowie der Sankt Magdalener gekeltert. Zunehmend werden hier auch kräftige, vielschichtige Rotweine aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Spät- alias Blauburgunder und dem einheimischen Lagrein erzeugt. Südtirol liegt im Einflussgebiet kontinental-alpinen Klimas, was sich in warmen Sommern und kalten Wintern, vor allem aber in großen Temperaturschwankungen äußert, die für den aromatischen Reichtum der Trauben und Weine sorgen.

Die Adriaküste

Das Friaul an der nordöstlichen Grenze zu Österreich und Slowenien, von denen seine Weinkultur stark beeinflusst ist, gilt wie Südtirol als ausgesprochener Weißweinspezialist, obwohl hier der rote Merlot die meist kultivierte Rebsorte ist. Neben den ursprünglich französischen Sorten wie Chardonnay und Sauvignon blanc findet man zahlreiche einheimische Reben, die nur geringe Verbreitung genießen, aber sehr schöne Weine hervorbringen. Zu ihnen gehören die weißen Ribolla gialla, Tocai friulano, Malvasia, Picolit und Verduzzo und die roten Refosco, Pignolo, Schioppettino sowie Tazzelenghe. [...]

Weingut Zimmerlin - Baden (Deutschland)
Kirchweg 2 - 79268 Bötzingen
Tel: 07663-1296, Fax: 07663-3510, E-Mail: info@weingut-zimmerlin.com, Homepage: www.weingut-zimmerlin.com
Weinbergslagen: Bötzingen: Eckberg
Rebsorten: Müller-Thurgau, Silvaner, Gewürztraminer, Chardonnay, Burgundersorten
Weinnamen: Camerino, Camerosso
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Glückwünsche für den Artikel.

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