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Macau am Scheideweg - China als Risikofaktor


(18.12.2010) -  

Die einstige portugiesische Kolonie Macau, traditionell ein bedeutender Brückenkopf für den Import portugiesischer Weine ins Reich der Mitte, sieht den Aufstieg des benachbarten Hong Kong zur vielleicht wichtigsten Weindrehscheibe der Welt mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zwar profitiert das Glücksspielparadies am südchinesischen Meer derzeit stark von der Entwicklung in Hong Kong und nimmt die Windfallprofite gerne mit, aber bereits seit einiger Zeit gibt es warnende Stimmen, die glauben, auf den Boom könnte ein rascher Crash folgen. Tatsache ist, dass der Weinhunger der Chinesen, der vor allem via Hong Kong alimentiert wird, neues, aggressiveres Marketing erfordert - etwas, womit die Portugiesen schon seit längerem überfordert scheinen.

Darüber hinaus warnen Marktkenner bereits jetzt davor, dass China in kürzester Zeit vom Weinimporteur zum Exporteur werden könnte. Pedro Lobo, Importeur in Macau, hält es laut der chinesischen wine-info.com für möglich, dass chinesische Erzeuger schon sehr rasch in qualitativer Hinsicht zu den Portugiesen aufschließen könnten. "Wenn die Chinesen etwas machen, dann machen sie es richtig", warnte Lobo seine Landsleute, aber die Warnung gilt natürlich für alle, die sich derzeit große Hoffnungen auf den wachsenden chinesischen Markt machen.

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