WorldWine Blog

13. Januar 2013

Deutscher Riesling Challenge - Noch ein Weinwettbewerb?

von Eckhard Supp - Noch ein Weinwettbewerb ... !? Ein wenig gelangweilt klang die Frage schon, die in der abgelaufenen Woche verschiedentlich in den Social Networks gestellt wurde. Noch bevor wir - "wir" das sind in dem Fall ENO WorldWine und die Zeitschrift Effilee - selbst die Absicht, einen Deutschen Riesling-Challenge ins Leben zu rufen, im Netz kommunizieren konnten, war einer der Winzer, die wir dazu eingeladen hatten, in die Offensive gegangen, offenbar offenbar vor allem durch die Tatsache motiviert, dass wir für die Teilnahme einen kleinen Kostenbeitrag verlangten, was er partout nicht akzeptieren wollte.


Weinlese im Rheingau - von hier kamen die ersten Anmeldungen für den neuen Weinwettbewerb. (Foto: E. Supp)

Bevor jedoch aus der Diskussion ein Shitstorm werden konnte, war sie schon wieder verebbt. Und zwar vor allem deshalb, weil gleich mehrere Kommentatoren - teilweise aus eigener Erfahrung - darauf hinwiesen, was ein solcher Wettbewerb an Arbeit und finanzieller Investition kostet, vor allem, wenn man die Weine von einer Jury verkosten lassen will, wie wir es angekündigt hatten. Gerade für eine noch junge Zeitschrift wie Effilee und eine Onlinepublikation, der kaum Einnahmequellen offenstehen, wäre eine solche Last anders überhaupt nicht zu tragen.

Warum also diese Initiative? Nun, wir glauben fest an die Daseinsberechtigung eines Riesling-Challenge. Dies nicht nur, weil wir uns den in internationaler Perspektive wichtigsten deutschen Weintyp - trockenen Riesling - zum Thema gewählt haben, sondern auch, weil wir bewusst darauf verzichten, gerade erst gefüllte Jungweine zu verkosten, die gerne mit üppigen Primäraromen oder hohem Alkoholgehalt blenden. Durch die Wahl des Wettbewerbsjahrgangs 2011 wollen wir sicher gehen, dass auch spät gefüllte Weine mit Ecken und Kanten - wie etwa so manches Große Gewächs - so weit gereift sind, dass sie ihren wirklichen Charakter preisgeben.

Es gab vor zwei Jahren bereits eine ähnliche Initiative, die allerdings einige Monate früher - hinsichtlich des verkosteten Jahrgangs - stattfand und offenbar im letzten Jahr auch nicht wiederholt wurde.

Ob unser Challenge letztlich wirklich zustande kommt oder vielleicht mangels Beteiligung wieder abgesagt werden muss, lässt sich heute, wenige Tage nach dem Start der Ausschreibung, noch nicht mit letzter Sicherheit feststellen. Immerhin gibt es positive Anzeichen, denn bereits jetzt haben einige sehr renommierte Erzeugerbetriebe ihre Teilnahme zugesagt, unter ihnen Künstler, Breuer und Kesseler im Rheingau, Knipser und Eugen Müller aus der Pfalz, Graf Adelmann und die Manufaktur Untertürckheim aus Württemberg, von Hövel, von Schubert und S. Kuntz von der Mosel sowie die Klostermühle von der Nahe, um nur einige zu nennen.

Aus dem gleichen Grunde ist es auch noch viel zu früh, darüber zu spekulieren, wer in der Jury sitzen könnte, die Ende Februar / Anfang März die Endrunde der besten angestellten Weine bewerten soll. Das hängt sicher dann auch davon ab, wie viele Betriebe letztlich mitmachen, wie viele Weine wir in der Endausscheidung verkosten müssen, was wir uns von den Teilnahmegebühren "leisten" können - d. h., ob wir vorwiegend auf Hamburger Weinfachleute zurückgreifen "müssen" oder ob wir auch Kollegen aus anderen Regionen einladen, ihnen Kosten und Zeit ersetzen können.

Was wir garantieren, ist, dass die beiden Stufen der Verkostung blind erfolgen, dass deshalb die "üblichen Verdächtigen", wie es ein Kommentator auf Facebook ausdrückte, dieselben Chancen haben wie Newcomer, Spitzenerzeuger dieselben wie kleine, noch unbekannte Weingüter. Natürlich wäre es vermessen, zu glauben, gleich im ersten Jahr mit hunderten Teilnehmern und mehreren hundert Weinen rechnen zu können. Ein solcher Challenge muss sich ja erst einmal etablieren und herumsprechen. Bis dato haben wir 600 Erzeugerbetriebe eingeladen, aber bestimmt gibt es noch viel mehr Weingüter und Kellereien, die an einer Teilnahme interessiert sein könnten. Deshalb hier noch einmal der direkte Link zur Anmeldungsseite. Natürlich würden wir uns riesig freuen, wenn alle, die diesen Text lesen, die Kunde vom neuen Challenge verbreiten würden, sei's von Mund zu Mund, sei's über ihre sozialen Netzwerke oder wie auch immer.

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.. und die Anmeldungsliste

.. und die Anmeldungsliste ist schon wieder ein gutes Stück länger geworden: Rudolf Fürst aus Franken, Querbach aus dem Rheingau, der Martinshof aus Rheinhessen, Egon Schmitt und Eugen Müller aus der Pfalz, Weiser-Künstler, Wwe. Thanisch - Müller-Burggraef, Meulenhof und Staffelter Hof von der Mosel .... Wenn das so weitergeht, wird es wirklich ein spannender Challenge.

... und von Winning, Wageck

... und von Winning, Wageck Pfaffmann, Sonnenhof, Speicher-Schuth, Michel-Pfannebecker ...

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