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28. März 2013

Champagne: Rosa Enttäuschungen

von Eckhard Supp - Manchmal erwartet man sich von einer Verkostung viel, vielleicht zu viel. Das war wohl auch der Fall, als ich die beiden Rosé-Champagner aus den Häusern Bollinger und Jacquart verkostete - beides Weine ohne Jahrgang, beide brut und beide ... nun, in gewisser Weise enttäuschend. Während der Bollinger Brut rosé mit feinem Perlage, etwas Lychee-, Bonbon- und Gärnoten im Duft recht stoffig und fest wirkte, aber aromatischen Ausdruck und Länge am Gaumen vermissen ließ, wirkte der Jacquart mit seinem doch recht groben und unregelmäßigen Perlage und seinem klaren Manko an Fülle und Struktur zwar korrekt, aber ziemlich einfach.


Zwei Mal Rosé-Champagner, mal klassisch, mal poppig ausgestattet. (Foto: E. Supp)

Nun waren das die Basisqualitäten der beiden Häuser, und ich weiß aus früheren Verkostungen, dass beispielsweise die Jahrgangs-Rosés von Bollinger hervorragend sein können. Und auch vom normalen Brut rosé aus dem Hause Jacquart hatte ich eine bessere Erinnerung an eine Verkostung vor nicht einmal zwei Jahren. Richtig preiswert werden dabei auch diese Basisweine auf dem deutschen Markt nicht angeboten.

Ob es daran liegt, dass die Champagne ihre Produktion in den letzten ein, zwei Jahrzehnten deutlich ausgeweitet hat, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls ziehe ich da dann doch einen ehrlichen, frischen Rosé-Prickler wie den von Paolo und Christine Endrici (Kellerei Endrizzi im italienischen Trentino) vor, den die beiden mir beim Besuch an ihrem ProWein-Stand ausschenkten.

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