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Dr. Eckhard Supp
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Zu
den bisherigen Portraits und Reportagen
2002
Ein Württemberger
im Bordelais
von Erich Grasdorf

Château Canon La Gaffelière in Saint-Émilion, der
Sitz der Neippergs im Bordelais.
Ob er denn das Potenzial seines "La Mondotte"
nicht schon früher erkannt habe, wurde Stephan Graf zu Neipperg
nach den ersten öffentlichen Verkostungen des neuen Weins gefragt.
Der Grund für diese ungewöhnlich Neugierde war einfach: der 96er
Jahrgang des Gewächses, das schon bei seinem Erscheinen als
Kultwein gehandelt wurde, hatte auf Anhieb alle, die es probieren
konnten, begeistert. Man sprach
von einem Château Pétrus, von einem Le Pin aus Saint-Émilion. "Die
Investitionen, die wir seit 1984 auf Canon La Gaffelière und seit
1991 beim Clos l'Oratoire tätigen mussten, haben all unsere Energie
gebunden", antwortete der Spross einer Würtemberger
Adelsfamilie, Besitzer von insgesamt vier Domänen in Saint-Émilion,
was allerdings nicht die ganze Wahrheit war. Ursprünglich hatte
Neipperg mit den Trauben des Château La Mondotte Anderes im Sinn.
Deren Saft sollte in den Grand Cru Classé Canon La Gaffelière
einfließen, um dessen ohnehin schon beachtliche Konzentration und
Klasse noch weiter zu steigern. Das Institut national des
Appellations d'Origine (INAO) und die lokale
Klassifizierungskommission stellten sich jedoch que, weil dem
Mondotte das "Classé" hinter dem "Grand Cru"
fehlte. Wäre der Mondotte im Canon La Gaffelière aufgegangen,
hätte das den Bruch mit dem starren und unantastbaren
Klassifizierungs-System des Bordelais bedeutet.

Stephan Graf zu Neipperg,
Spross eines alten Württemberger Adelsgeschlechts, hat mit seinem
La Mondotte einen der modernen Kultweine des Bordelais geschaffen,
die in Kleinstmengen erzeugt und zu astronomischen Preisen gehandelt
werden. (alle Fotos: Domaines Comtes de Neipperg)
Parker sorgt für Publizität

Seit 1996 steht deshalb nur noch "La Mondotte"
und "Comtes de Neipperg" auf dem Etikett, und auf die
Bezeichnung "Grand Cru" und sonstige Informationen
verzichtet Neipperg gleich gänzlich. Das jedoch hält die Liebhaber
dieses Weins nicht davon ab, für eine der begehrten Flaschen so
viel zu bezahlen, wie für keinen anderen Roten aus Saint-Émilion. Das
Preisniveau ist Resultat des schmalen Angebots und einer regen
Nachfrage - und die wiederum wird maßgeblich von den Bewertungen
des amerikanischen Wein-Scharfrichters Robert M. Parker jr bestimmt.
Auch bei den Primeur-Proben der letzten Jahrgänge erreichte der Mondotte im
Neipperg-internen Wettbewerb oft die meisten Punkte - mehr als 90
von 100 möglichen erzielten allerdings auch Oratoire und Canon La
Gaffelière -, und nur im 2001er Jahrgang liegt er gleichauf mit
Canon La Gaffelière. Wie aber kommt ein süddeutscher
Adliger überhaupt zu einem solchen Besitz im französischen
Saint-Émilion? Der Erwerb der ersten Châteaux geht schon auf das
Jahr 1971 zurück. Damals kaufte die Stadt Heilbronn den Grafen
einen Teil ihres Landes für Entwicklungsprojekte ab, und Stephans
Vater investierte den Erlös in das Château-Paket aus Canon La
Gaffelière, Clos de l'Oratoire, Peyraud und La Mondotte mit ihren
insgesamt knapp 50 Hektar Rebfläche. Alle vier Güter hatten eines
gemeinsam: Vom guten Ruf vergangener Zeiten war auf ihnen nichts
mehr übrig - sie waren total herunter gewirtschaftet.
Die
Wende In den folgenden 13 Jahren wurde der
Neipperg'sche Außenposten von einem einheimischen Verwalter nur
knapp über Wasser gehalten. Die Wende kam erst 1984 mit dem damals
27-jährigen Stephan, dem fünften von acht Kindern, und seiner Frau
Sigweis, einer Malerin. Von seinem Vater gefragt, ob er Interesse an
Canon La Gaffelière habe, was er unter der Zusage weitgehender
Freiheiten bejahte, beendete Stephan sein Studium der
Betriebswirtschaft und Politik in Paris und bereitete sich auf der
Weinbauschule des südfranzösischen Montpellier auf das Winzerleben
vor. Eines machte er sowohl seiner Familie, als auch den Leuten in
Saint-Émilion von Anfang an klar: Er war gekommen, um zu bleiben.

Der Barrique-Keller von La Mondotte. Hier reift einer
der teuersten Kultweine Frankreichs und der Welt.
Eine von Neippergs ersten Aufgaben war es deshalb auch, das Château
bewohnbar zu machen. Parallel dazu begann er mit der Arbeit in
Weinberg und Keller. Zuerst wurden die Böden dem Kunstdünger, mit
dem der Verwalter bereits reichlich Schaden angerichtet hatte,
entwöhnt. Statt dessen führte Neipperg massvolle organische
Düngung ein: "Wir produzieren heute nahezu biologisch. Denn
Kunstdünger ist der Tod der Pflanze und des Bodens", erklärt
er. Die Weinberge erhielten eine Drainage und zwischen den Rebzeilen
wurde begrünt. Dazu kam eine Ertragsbegrenzung mittels strengen
Rebschnitts. Gerade 30 bis 35 Hektoliter Wein pro Hektar werden heute
auf Canon La Gaffelière gekeltert, auf La Mondotte sogar
nur 24.
Blitzsaubere
Keller 
Die verschiedenen Keller zeigen sich heute so
blitzsauber und aufgeräumt wie das ganze Anwesen. Nicht nur im Chai
mit seinen Barriques, auch im Gärkeller dominiert Holz, da Neipperg
wieder von Edelstahl auf große Holzbottiche umgestellt hat. Die
Investitionen und Neuerungen begannen sich mit dem Jahrgang 1988
auszuzahlen - dem ersten, der wieder die Qualität der Weine aus der
Zeit vor 1964 erreichte. Seither sind die vom Merlot geprägten
Weine von Jahrgangsschwankungen abgesehen immer besser geworden. Was
laut Neipperg nicht zuletzt an seinem gut ausgebildeten und gut
bezahlten Personal liegt.
Auch im Verkauf geht der Graf ungewöhnliche
Wege. Um zu erfahren, wie seine Weine beim Publikum ankommen, stellt
er sich auch schon einmal in der Delikatessen-Abteilung eines
Supermarkts hinter den Degustationstisch und schenkt eigenhändig
aus. "Mir kommt es auf die Kommentare und den direkten Kontakt
an. Die meisten Leute wissen ja gar nicht, wer ich bin, und halten
darum mit ihrer Meinung auch nicht zurück."
Neben dem Wein hat Neipperg in Saint-Émilion
noch eine zweite Passion gefunden: Er restauriert alte Baulichkeiten
wie die von Clos de l'Oratoire oder La Mondotte, und unterhält dazu
sogar einen eigenen Lagerplatz, auf dem er Ziegel, Balken, Säulen,
Torbögen und Kapitelle aus Abbruchobjekten sammelt. Eine neue
Gelegenheit, diese Leidenschaft auszuleben, bietet sich ihm jetzt in
Gestalt des Château d'Aiguilhe, einem wunderschönen, aber stark
renovierungsbedürftigen Weingut mit dazugehöriger Burgruine aus
dem 13. Jahrhundert. Das Gut liegt in der benachbarten Appellation
der Côtes de Castillon, einem der wenig beachteten
Satelliten-Gebiete von Saint-Émilion, von dem sich die Neippergs
aber viel versprechen.

So haben wir sie
verkostet:
Canon La Gaffelière und Clos de l'Oratoire:
*****
Canon La Gaffelière 1998: (Fass) dichtes Rubin, würzige Holznoten und Frucht, am Gaumen weiche Tanninstruktur, 2. Probe: dickes Brombeerrubin, Würznoten, Cassis, dichte Frucht, sehr konzentrierter Wein *****
Clos de l'Oratoire 1999:
dichtes Rot, Würze und balsamisch-animalische Aromen, mit der Lüftung Entfaltung von schönem, floral-fruchtigen Bukett, rote Früchte, am Gaumen Saft und Frucht, decken
die Tannine komplett zu *****
Clos de l'Oratoire 1998: (Fass) dickes Rubin-Purpur, Kirsche, leichter Luftton, Marmelade, am Gaumen Stoff und sehr große Konzentration, klassischer Wein *****
Canon La Gaffelière 1997: gutes Rot, animalische und marmeladige Noten, dichte, junge Tannine, schöner Wein ****
Clos de l'Oratoire 1997: leuchtendes Rubin-Purpur, Saft, Tannine
noch jung, gutes Gleichgewicht, Länge ****
Canon La Gaffelière 1996: 1. Probe: (Fass) dichtes Rubin, Jod, Zeder, Beeren, Holz, guter Stoff, sehr reife Tannine, süße Extrakte tragen lange,
2. Probe: dichtes Rubin, Stoff und Struktur, dahinter runde Frucht, sehr schöner Wein, aber nicht ganz auf dem Niveau der Fassprobe ****
Canon La Gaffelière 1990: (Fass) dichtes, samtenes Rubin, feine, noch etwas weinige Nase, sehr elegant am Gaumen, dicht und mit guter
Extraktlänge ***
Canon La Gaffelière 1994: mittleres Rot, offene, leicht animalische Nase, säurebetont
Unser Punktesystem:
Weine
| -- / ??
|
offen fehlerhafter oder nicht
zu beurteilender Wein (Flaschenproblem) |
| * |
zu einfacher, evtl.
auch leicht fehlerhafter Wein, nicht empfehlenswert |
| ** |
Wein mit einem Minimum
an Qualitäten, akzeptabel wenn im unteren Preisbereich |
| *** |
befriedigender,
ansatzweise typischer Wein, angenehm zu trinken |
| **** |
guter bis sehr guter Vertreter
seiner Art und seines Jahrgangs |
| *****
|
Spitzenwein
von internationalem Format |
| *****
|
Traumweine,
die kleine Elite 1) |
| *
- **** ?
|
nicht
eindeutig zu bewertender Wein |
Weinproben von Eno WorldWine werden
soweit wie möglich unter optimalen Bedingungen, wenn es geht blind
durchgeführt, um eine eventuelle Verfälschung der Resultate,
Voreingenommenheit und Irrtümer auszuschalten. Auch dann aber sind
Verkostungs-Urteile immer nur subjektive Momentaufnahmen und hängen
nicht zuletzt von der Authentizität der Proben ab, die uns präsentiert
werden. Die Redaktion lehnt deshalb jede Haftung für Weine ab, deren
geschmackliche Qualitäten nicht den hier geschilderten Eindrücken
entsprechen. Unsere Bewertungen stellen eine Synthese aus aromatischem
und geschmacklichem Volumen, Typizität, Alterungsfähigkeit und
Trinkgenuss dar. Eno-Verlag distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt
aller evtl. in diesen Reports verlinkten Seiten und übernimmt keinerlei
Verantwortung für die Verfügbarkeit der Weine sowie
für den Geschäftsverkehr mit den jeweiligen Firmen wird keine Haftung
übernommen.
1) Die
Unterscheidung zwischen Spitzen- und Traumweinen wird erst in unseren
Verkostungsreports ab Januar 2003 getroffen. Im Datenbank-Archiv sind
diese Traumweine mit *****+ gekennzeichnet.
Unser Punktesystem:
Weingüter
Die große Zahl von Verkostungen, die wir
in den letzten Jahren durchführen konnten, erlaubt es uns, auf dieser Basis jetzt auch die
Erzeugerbetriebe insgesamt zu bewerten. Um
diese Wertung deutlich gegenüber der Weinbewertung abzusetzen, vergeben
wir für Erzeuger maximal drei Sterne (@,
in älteren Reports auch P),
allerdings mit Zwischenstufen. Diese Weingutsbewertungen sind natürlich nur dort möglich, wo
wir eine gewisse Mindestanzahl Weine bzw. Jahrgänge verkosten konnten und
stellen eine Langzeitbewertung auf Basis der letzten 10 - 15 Jahrgänge dar, die vom Eindruck eines
bestimmten Tastingreports, d. h. einer Momentaufnahme, abweichen kann. Um die aktuelle Leistungsfähigkeit
eines Erzeugers korrekt einschätzen zu können, sollten daher immer
sowohl die Langzeitbewertung als auch die konkreten
Verkostungsergebnisse berücksichtigt werden.
| @@@ |
Die kleine
Elite der Region und des Landes, gehört zu den Spitzenweingütern
der Welt |
| @@ |
Sehr gute
Erzeuger mit stabiler Qualität |
| @ |
Erzeuger mit
meist guten Weinqualitäten |
| @ |
halbe Sterne |
EWW-Weinkategorien:
Um unseren Lesern jenseits aller
Herkunftsbezeichnungen und Geschmacksangaben auf den Etiketten einen
Hinweis zu geben, zu welchem Geschmackstyp die verkosteten Weine
gehören, haben wir das Weinspektrum in 14 Kategorien
eingeteilt, die ab 2006 hin und wieder zusätzlich zu den Bewertungen angeführt werden:
| 1 |
Leichte,
trockene Weißweine |
| 2 |
Kräftige,
trockene Weißweine |
| 3 |
Roséweine |
| 4 |
Leichte,
fruchtbetonte Rotweine |
| 5 |
Fruchtbetonte,
kräftige Rotweine |
| 6 |
Tanninbetonte,
kräftige Rotweine |
| 7 |
Schwere,
alkoholreiche Rotweine |
| 8 |
Deutlich
restsüße bzw. süße Weißweine |
| 9 |
Liebliche
bzw. süße Rotweine |
| 10 |
Edelsüße
und Eis-/Strohweine |
| 11 |
Trockene Likörweine |
| 12 |
Süße Likörweine |
| 13 |
Perlweine |
| 14 |
Schaumweine |
Natürlich ist eine solche, grobe
Kategorisierung zwangsläufig immer unvollkommen. Innerhalb jeder
einzelnen Gruppe wären beispielsweise Untergruppen vorstellbar. Man
könnte bei den leichten, trockenen Weißen zwischen den aromatisch
neutraleren und den Bukettweinen mit ausgeprägtem Sortenduft
unterscheiden. Bei den Edelsüßen könnte man darüber streiten, ob
nicht eine Unterteilung in alkoholschwache und alkoholreiche Weine
sinnvoll wäre, und bei den alkoholreichen Roten darüber, ob ihr nur
spezielle Weintypen wie der italienische Amarone angehören oder
generell alle Rotweine aus heißen Anbaugebieten bzw. heißen Jahren,
wenn sie ebenfalls hohe Gradationen erreichen. Aber eine solche,
weitergehende Untergliederung würde dem wichtigsten Nutzen dieser
Einteilung zuwider laufen – dem nämlich, dem Verbraucher eine erste
Orientierung im Ozean der Weintypen zu bieten.
Die bisherigen Reportagen
und Portraits
| Ein Teil der älteren Artikel
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Die
Entdeckung des Monats
Aufbruch in der Südpfalz
von André Liebe
Weiter Richtung Süden geht es hier nicht
mehr, nur ein paar Meter noch sind es zur französischen
Grenze. Schweigen liegt im südlichsten Zipfel der Pfalz. Im
deutschen Weingesetz ist die Gemeinde am Rande des Elsass mit einem
Ausnahmeparagraphen verankert, der besagt, dass Winzer, deren
Trauben eigentlich schon auf französischem Boden wachsen, aus ihnen
höchstoffiziell deutschen Wein keltern dürfen. Begründet ist
dieses historische Kuriosum in der Jahrhunderte alten Verbindung
zwischen Schweigen und dem nahen Weißenburg, dem heutigen
französischen Wissembourg. Wer hier mit den Winzern in die
Weinberge fährt, überquert ohne es zu merken die unsichtbare
Landesgrenze.
Klaus Scheu ist einer dieser Winzer, deren Reben in Frankreich
stehen. Der 30
Jahre alte Winzer ist dabei, im Süden der Pfalz mit blitzsauberen,
schnörkellosen Weißweinen für Furore zu sorgen. Dabei kann Scheu weder mit langen Traditionen noch
mit einem idyllischen Gewölbekeller oder sonstigen,
werbeträchtigen Trümpfen aufwarten. Erst 1964 hatte Vater Günter
damit begonnen, Weine aus Trauben gepachteter Lagen zu keltern.
Nach und nach kam eigener Weinbergsbesitz dazu, und in den siebziger
Jahren entstand der aktuelle Betrieb.
Heute bewirtschaften Vater und Sohn zehn Hektar
Rebfläche. Generationenkonflikte, wie sie andernorts das Klima
vergifteten, kennen die beiden nicht, seit Klaus Scheu, den
Abschluss als Weinbautechniker in der Tasche, 1995 im Betrieb des
Vaters einstieg. "Es war schon toll, wie mir mein Vater die
Türen öffnete, so dass ich sofort in die Vollen gehen
konnte", erinnert sich der dankbare Filius.
Bei einem Anteil von mehr als 90 Prozent an
weißen Sorten wird die Ausrichtung des Hauses Scheu auf den ersten
Blick klar. Die Handschrift des Sohnes, der die milden Sorten wie
Kerner oder Huxelrebe mittlerweile völlig verbannt hat und
konsequent auf Riesling, Weiß- und Grauburgunder setzt, ist
deutlich zu erkennen. Traurig ist Vater Scheu über diese
Neuorientierung nicht, und strahlt: "Gott sei Dank haben
wir jetzt wieder eine Rückbesinnung auf die klassischen
Sorten."
Klassisch ist auch der Zuschnitt der Weine der
Scheus, so beim Riesling: Der Kabinett präsentiert sich deutlich
mineralisch, während beim Hochgewächs die Frucht im Vordergrund
steht. Gelungen sind auch Grau- und Weißburgunder, die sowohl als
QbA, als Kabinett und als "Selection" angeboten werden,
wobei sich hinter der letzten Bezeichnung meist eine Spätlese
verbirgt. Alle Weine überzeugen mit feinen und eleganten
Fruchtaromen, die von angenehmer Säure getragen werden. Obwohl die
Weißen bislang ausschließlich im Stahltank ausgebaut werden,
liebäugelt Sohn Klaus damit, demnächst ein paar Holzfässer
anzuschaffen.
Weißwein-"Freak" Klaus Scheu ist sein
einiger Zeit Mitglied der "Südpfalz-Connexion", ein Name,
unter dem sich fünf junge Winzer der Gegend zusammengeschlossen
haben, die ähnlich versiert wie Scheu zu Werke gehen. Neben diesem
gehören Sven Leiner, Boris Kranz, Peter Siener und Volker Gies der
Gruppierung an, wobei jeder der fünf seine eigene Linie beim
Weinmachen verfolgt, aber über den Erfahrungsaustausch und das
gemeinsame Auftreten bei Weinmessen doch eine gewissen
Gruppen-Identität zu
Stande kommt.
Neben seinen Weißwein-Klassikern kann Scheu
übrigens noch auf ein wirkliches Kuriosum verweisen: die Rebsorte
Philipp Cuntz, benannt nach dem Großvater mütterlicherseits. Der
hatte sich viel mit Rebveredelung beschäftigt, und dabei auch ein
paar Stöcke kultiviert, von denen noch heute niemand genau weiß,
was eigentlich in ihnen steckt. "Wir vermuten, dass es sich um
eine Mutation von Grau-, Weißburgunder oder Riesling handelt",
orakelt Günter Scheu. Analysen haben jedenfalls gezeigt, dass es
sich wirklich um eine neue Sorte handelt, die noch dazu bundesweit
neu und einmalig ist. 900 Stöcke durften mittlerweile in einer
Versuchsanlage ausgepflanzt werden, und mit dem 2001er ist bereits der
erste, fruchtbetonte Jahrgang für den Verkauf gefüllt.
Weinhof Scheu, Hauptstraße 33, 76889
Schweigen-Rechtenbach, Tel: 06342-7229, Fax: 06342-919975, e-mail: weinhof.scheu@t-online.de,
Öffnungszeiten Sa 8 bis 18 Uhr, So 10 bis 18 Uhr, Mo - Fr nach
Vereinbarung.
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