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Geschäftsführer +
verantw gem.§ 6 MDSV
Dr. Eckhard Supp
Firmensitz:
D - 63069 Offenbach
Amtsgericht
OF
H-Reg. 5
HRB 842
U-ID: DE 114377683
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WorldWine
Reportage
Die bisherigen Portraits und Reportagen
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Südafrika in
Zahlen
(weitere Statistiken finden Sie unter www.wosa.co.za)
Gesamtrebfläche
(ha)
| 1990 |
92.038 |
| 1995 |
93.889 |
| 2000 |
105.566 |
Trauben- und
Weinproduktion
|
Trauben
(dz) |
Wein
(hl) |
| 1999 |
11,73
Mill |
9,14
Mill |
| 2000 |
10,98
Mill |
8,37
Mill |
Rot- und
Weißwein (%)
|
Rotwein |
Weißwein |
| 1993 |
12,6 |
87,4 |
| 1996 |
13,1 |
86,9 |
| 2000 |
21,0 |
79,0 |
Rebsorten (%,
2000)
und wichtigste Gebiete
Chenin blanc
(Malmesbury, Paarl, Worcester) |
21,4 |
Sultana
(Orange River) |
11,1 |
Colombard
(Orange River, Worcester) |
10,8 |
Cabernet
Sauvignon
(Malmesbury, Paarl, Stellenbosch) |
8,4 |
Pinotage
(Malmesbury, Paarl, Stellenbosch) |
6,2 |
Chardonnay
(Paarl, Robertson, Stellenbosch, Worcester) |
5,7 |
Shiraz
(Malmesbury, Paarl, Stellenbosch) |
5,3 |
Sauvignon blanc
(Paarl, Stellenbosch) |
5,1 |
Merlot
(Paarl, Stellenbosch) |
4,6 |
Herkunftsbezeichnungen
*
und Rebfläche (% der Ges.fläche)
| Region |
District |
Ward |
|
| Breede
River Valley |
Robertson
(11,64) |
Agterkliphoogte,
Bonnievale, Boesmans River, Eilandia, Hoops River,
Klassvoogds, Le Chasseur, McGregor, Vink River |
|
Worcester
(16,46) |
Aan-de-Doorns,
Goudini, Nuy, Scherpenheuvel, Slanghoek |
|
Swellendam |
Buffeljags,
Stormsvlei |
|
| Little
(Klein) Karoo (3,05) |
-- |
Montagu,
Tradouw |
|
Calitzdorp |
-- |
| Coastal
Region |
--
(unklar: Tygerberg) |
Constantia,
Durbanville |
|
Paarl
(16,48), (Boberg f. Desserweine) |
Franschhoek,
Wellington |
|
Stellenbosch
(15,26) |
Jonkershoek
Valley, Papegaaiberg, Simonsberg - Stellenbosch, Bottelary,
Devon Valley (Helderberg, Koelenhof, Vlottenburg) |
|
Swartland |
Groenekloof,
Riebeekberg |
|
Tulbagh,
(Boberg f. Desserweine) |
-- |
|
Cape
Point |
-- |
|
| Olifants
River (8,86) |
-- |
Koekenaap,
Lutzville Valley, Spruitdrift, Vredendal |
|
| -- |
Overberg |
Walker
Bay, Elgin |
|
| -- |
Douglas |
-- |
|
| -- |
Piketberg |
-- |
|
| -- |
-- |
Hartswater,
Lower Orange, Cedarberg, Ceres, Herbertsdale, Riet River (Rietriviers),
Ruiterbosch, Swartberg |
|
| Western
Cape (überregion. Herk.bez.) |
Weinregionen
ohne Herkunftscharakter:
Orange River
(15,07), Malmesbury (13,18) |
* Die
Herkunftsbezeichnungen Südafrikas sind leider nicht mit der
Systematik der vom Land selbst veröffentlichten Statistiken
deckungsgleich.
Pro-Kopf-Verbrauch (l
/ Jahr)
| 1986 |
9,76 |
| 1992 |
8,91 |
| 1997 |
10,10 |
| 2000 |
9,16 |
Weinexport (Mill.hl,
2000)
| Großbritannien |
0,579 |
| Niederlande |
0,250 |
| Skandinavien |
0,122 |
| Deutschland |
0,107 |
| Schweiz |
0,078 |
| Belgien |
0,066 |
| Frankreich |
0,045 |
| Kanada |
0,038 |
| Ferner
Osten |
0,029 |
| USA |
0,021 |
(Quellen: www.wosa.co.za)
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Ein Land hat
Hoffnung
Südafrika sucht
seine Zukunft (I)
von
Eckhard Supp

Das Bergpanorama im Osten Kapstadts gehört
zu einer der spektakulärsten Weinlandschaften der Welt.
Stellenbosch ist das bekannteste und bedeutendste Weinbaugebiet
Südafrikas, nicht aber das mit dem größten Zukunftspotenzial. (alle Fotos:
Eckhard Supp)
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Südafrika ist
im Kommen! Das Land, dessen Weinindustrie unter dem
Apartheid-Regime jahrzehntelang von den Märkten der Welt verbannt
blieb, hat sich seit dem Ende der Rassentrennung 1993 zurück
gemeldet. Mit seinen Rotweinen, die eleganter, fruchtiger
daherkommen, als die vieler der so genannten New-World-Länder,
mit den immer besser werdenden, frischen, saftigen Weißen,
besitzt das Land ein enormes Potenzial für die Zukunft. Einzige
Handicaps im Kampf um die Marktanteile sind der mit Billigstmengen
ruinierte britische Markt, größter Abnehmer der Südafrikaner,
und die weithin spürbare Unsicherheit darüber, welche Sorten und
Weintypen wirklich zukunftsträchtig sind. Ein Bericht aus dem
Land in Aufbruchstimmung.
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Ein wenig merkwürdig ist es schon,
wenn im Falle Südafrikas, Chiles oder Argentiniens von
New-World-Weinbau gesprochen wird. Es klingt, als seien die
Weinberge dieser Länder nicht älter als zwanzig, dreißig Jahre
und ihre Keller gerade dem Rohbaustadium entwachsen. Tatsache ist,
dass in Südafrika bereits seit fast 350 Jahren Reben kultiviert und
Weine gekeltert werden. 1655 hatte Jan van Riebeeck, der Gründer
der Kapkolonie, die der Holländischen Ostindien Gesellschaft als
Versorgungs- und Relaisstation auf der Route zu den asiatischen
Kolonien dienen sollte, erste europäische Setzlinge in den Gärten
der Gesellschaft gepflanzt, und 1659 schon kam der erste südafrikanische
Wein ins Fass. Da die Holländer allerdings kaum eigene
Weinbau-Erfahrungen besaßen, begann sich die Weinindustrie der
Kolonie erst mit der Ansiedlung französischer Hugenotten zwischen
1680 und 1690 wirklich zu entwickeln.
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Zevenwacht bei Stellenbosch ist
eines der vielen Weingüter, die eine hervorragende Gastronomie und
gut ausgestattete Gästezimmer oder gar ganze Hotelanlagen zu bieten
haben. Der noch junge Weintourismus ist eine der Stärken des
südafrikanischen Weinbaus. |
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Kapstadts berühmtester Slum "Crossroads"
im Jahre 1978: Schmerz und Hoffnungslosigkeit gegenüber dem
Polizeiterror des Apartheidregimes. Heute gehört eine Fahrt in die
"township" zum Besucherprogramm der Weinindustrie - so
während der jüngsten Cape Wine Show in Nederburg bei Paarl - und
ist ein Beweis dafür, wie erstaunlich gewaltfrei und unverkrampft
der Übergang vonstatten ging. |
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Nach schwierigen Anfängen waren die Weine des Kaps – vor allem
der süße Constantia – im späten 18. und beginnenden 19.
Jahrhundert in Europa hoch begehrte Spezialitäten. Ursache für
diese Karriere war nicht zuletzt die Einverleibung der einst holländischen
Kolonie durch das britische Imperium, das in der Folge seines
Krieges mit Frankreich nach neuen Weinlieferanten suchte.
Der Frieden zwischen Briten und
Franzosen und die Reblauskatastrophe brachten den Weinbau des Landes
in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch fast wieder zum
Erliegen. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts konnte der Markt mit
der Gründung der KWV, der großen südafrikanischen
Winzergenossenschaft, wieder in Ansätzen stabilisiert und saniert
werden.
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Ideales
Klima
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Nicht viel später als europäische
Weinbauländer gab sich Südafrika im Jahre 1973 ein System von
Herkunftsbezeichnungen, das allerdings seine wirkliche Bedeutung
erst errang, als das Land wieder anfing, auf den Auslandsmärkten zu
agieren. Möglich wurde dies nach Beendigung der Apartheid Anfang
der neunziger Jahre, die auch zur Beendigung des Boykotts südafrikanischer
Waren durch die USA und Europa führte.
Grundlage für den Erfolg des südafrikanischen
Weinbaus ist vor allem das Klima in der Kapregion. Die kühlen
Meeresströmungen des Atlantischen und Indischen Ozeans und schützende,
hohe Bergketten gegen das Landesinnere führen zu Temperaturen, die
wesentlich milder sind, als es die geographische Position auf 35 o südlicher
Breite vermuten ließe. Warme, nicht allzu heiße Sommer und milde
Winter schaffen ideale Bedingungen für die euroäischen Edelsorten.
Schiefer, Granit und Sandstein sind die wesentlichen Elemente der Böden
aller südafrikanischen Weinbaugebiete, wobei dem Weinbau
entgegenkommt, dass diese nur selten sehr fruchtbar sind.
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Das Devon Valley ist einer der
schönsten und weinbaumäßig besten Bereiche innnerhalb der
Appellation Stellenbosch. Hier arbeiten Betriebe wie Devon Crest Vineyards
von Martin Meinert und Seymour Pritchards Clos Malverne.
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Bekanntestes Anbaugebiet des Landes ist ohne Frage Stellenbosch, das
knapp ein Sechstel der Rebfläche auf sich vereint. Nach Süden, zum
Indischen Ozean hin geöffnet, wird das Gebiet von mächtigen
Bergketten geschützt, dem Simonsberg im Nordwesen, den Stellenbosch
Mountains im Osten und dem Helderberg im Südosten. Als
entwickeltstes Weinbaugebiet der Kapregion ist Stellenbosch bereits
heute in eine Reihe von offiziellen und inoffiziellen Bereichen
unterteilt, deren bekannteste Simonsberg, Jonkershoek, Devon Valley,
Helderberg und das Gebiet um den Kanonkop sind.
Klassiker
in Stellenbosch
Hier werden vor allem Cabernet
Sauvignon, Chenin blanc, Chardonnay, Pinotage, Merlot und Shiraz
kultiviert, aus denen einige der bekanntesten Weine des Landes
entstehen. Neben den klassischen Betrieben wie Kanonkop, Meerlust,
Muratie, Simonsig, Saxenburg oder Delheim haben in den letzten
Jahren eine Reihe von Newcomern von sich reden gemacht, deren
vielversprechendste Beyerskloof (Beyers Truter war früher „winemaker“
auf Kanonkop), Vriesenhof (ein anderer Ex-Kanonkop, Jan Boland
Coetzee), Grangehurst, Hoopenburg, Jordan, Kaapzicht, Ken Forrester,
Laibach, Devon Crest, Mont Destin, Neil Ellis, Slaley und Vergelegen
heißen.
Nur durch einen Bergrücken von Stellenbosch getrennt, schließt das
Gebiet von Franschhoek unmittelbar im Osten an Stellenbosch an. Das
in touristischer Hinsicht am weitesten entwickelte Gebiet, in dem
einige der besten Hotels und Restaurants des Landes zu Hause sind,
kann bei den Weinqualitäten allerdings nur mäßig überzeugen –
der leichte Erfolg des Tourismus-Geschäfts hat wohl auch hier, wie
in anderen Teilen der Welt, die Moral verdorben. Dennoch gibt es
eine kleine Gruppe ausgezeichneter Erzeuger, zu denen
Boekenhoutskloof und Môreson, vielleicht noch Bellingham, Clos
Cabrière, Von Ortloff oder La Couronne Cellars zu zählen sind.
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Erstaunlich
viele der Spitzenerzeuger in Südafrika greifen heute wieder zur
traditionellen Maischegärung im offenen Bottich, wobei der
Tresterhut manuell (l., Grangehurst Winery in Stellenbosch).
Anschließend an den Abstich werden die Trester oft noch von Hand in
die Presse geladen (u. Mischa Winery in Paarl).
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Im Norden gehen die Gebiete von Stellenbosch und Franschhoek in die
Doppel-Appellation Paarl-Wellington über, deren Klima sich schon
deutlich von dem der südlichen Nachbarn unterscheidet. Sehr warme
bis ausgesprochen heiße Sommer sorgen hier für gute
Reifebedingungen roter Sorten. Und so muss es nicht verwundern, wenn
nebem dem obligatorischen Chenin blanc vor allem Cabernet Sauvignon,
Pinotage, Shiraz und Merlot wachsen, erst in zweiter Linie
Chardonnay. Paarl und Wellington sind – lässt man die Giganten
KWV und Distell-Nederburg einmal außen vor - die Heimat einiger
herausragender Erzeugerbetriebe: Glen Carlou, Mischa, Mont du Toit,
Scali (Willy de Waal), Plaisir de Merle, Fairview und Welgemeend. Herausforderung
und Potenzial im Norden
Noch weiter nördlich liegen das
Swartland und Tulbagh, wobei vor allem die Linie
Darling-Malmesbury-Riebeeck-Tulbagh zu den Bereichen mit dem größten
Qualitätspotenzial des Landes gehört. Heiße Tages- und vor allem
in Küstennähe kühle Nachttemperaturen sorgen für kräftige,
dichte, gleichzeitig aber auch bukettbetonte, komplexe Weine. Da das
Gebiet nicht zu den „klassischen“ Herkunftsbezeichnungen Südafrikas
gehört, war es in den letzten Jahren vor allem Tummelplatz für
aufstrebende, talentierte Jungwinzer wie Eben Sadie, Nicholas Penz (Groote
Post) oder Pieter du Toit (Kloovenburg), und auch Graham Back (Fairview)
unterhält hier mit Spice Route einen Zweitbetrieb für seine
absoluten Spitzenqualitäten. Shiraz und Pinotage – wobei die
meisten Winzer mehr an Shiraz glauben – finden hier nahezu ideale
Bedingungen, und ihre Weine geraten so dicht, konzentriert, fast
„australisch“ in der Konsistenz, dabei aber immer auch mit der
richtigen Dosis aromatischer Komplexität und Eleganz versehen, dass
sie bei entsprechender Pflege in nicht allzu langer Zeit zu den großen
Gewächsen Südafrikas gehören dürften. Genau
in die entgegengesetzte Richtung geht die Tendenz in Robertson, im
Osten der Kapregion und hart an der Grenze zum Massenanbaugebiet
Klein Karoo gelegen. Hier wächst, begünstigt durch thermische
Einflüsse kalter Meeresluft, die vom Indischen Ozean hereinströmt,
exzellenter Chardonnay. Nicht umsonst schneiden Springfield Estate,
De Wetshof, Jonheer oder Graham Beck in unseren Verkostungen seit
einiger Zeit so gut oder sogar besser ab, als die Renommierbetriebe
von Walker Bay, Bouchard-Finlayson und Hamilton Russel. Andere
Sorten bringen nur vereinzelt Spitzenresultate, so Cabernet
Sauvignon und Sauvignon blanc bei Springfield und Shiraz bei Graham
Beck. Cool
Climate viticulture Die
Konkurrenz aus anderen Weinbaugebieten könnte in den nächsten
Jahren dafür sorgen, dass auch in Walker Bay, dem südlichsten Südafrikas
um die hübsche, kleine Küstenstadt Hermanus, noch größere Qualitätsanstrengungen
vollbracht werden. Walker Bay ist eines der klassischen „cool
climate“-Gebiete des Landes, und Antony Hamilton Russel und Peter
Finlayson gelten als die Pioniere des südafrikanischen
Spitzen-Chardonnays und –Sauvignon blancs. Angesichts des relativ
milden Klimas – „kühl“ wäre, vor allem im Vergleich mit
europäischen Bedingungen, eine schlichte Übertreibung – erstaunt
es auch nicht, dass aus Hermanus einige der interessanteren Pinot
noirs kommen, obwohl auch bei dieser Sorte die Konkurrenz aus
anderen Landesteilen (Vriesenhof, Glen Carlou, Meerlust, Hoopenburg,
Groote Post oder Muratie) fühlbar und schmeckbar wird. Einer der
interessantesten Betriebe der Walker Bay sitzt jedoch nicht in
Meeresnähe, sondern im Landesinneren. Das Klima der Weinberge von
Beaumont unterscheidet sich in der Tat erheblich von dem an der Küste,
und so muss es nicht erstaunen, dass die besten Weine hier aus
Shiraz und Pinotage gekeltert werden.
|
  
Drei der Protagonisten Südafrikas auf der Suche
nach den Weinen der Zukunft: (v.l.n.r.) Beyers Truter von
Beyerskloof, Louise Hofmeyr von Welgemeend und Mike Dobrovic von
Mulderbosch.
|
|
Konkurrenz in Hinblick auf das kühlere Klima könnte Walker Bay in
den nächsten Jahren auch aus dem benachbarten Elgin erwachsen, aber
derzeit gibt es dort nur einen einzigen Erzeuger, Paul Cluver,
dessen Weine gutes Potenzial zeigen, ohne bereits wirklich
ausgereift zu wirken. Constantia
und Kapstadt
Last but not least bleibt das
Ursprungsgebiet des südafrikanischen Weinbaus zu erwähnen,
Constantia. Die Hänge des Tafelbergs, zwischen Kapstadt und der
False Bay gelegen, sind eines der beliebtesten Ausflugsziele des
Landes, und Hotellerie und Gastronomie haben sich auf
internationalem Top-Niveau etabliert. Auch hier aber wird man das
Gefühl nicht los, dass der große Erfolg den Weinqualitäten nicht
sonderlich gut getan hat. Dennoch gibt es eine kleine Gruppe solide
arbeitender Betriebe wie Steenberg, Buitenverwachting oder Klein
Constantia. Auch hier werden die besseren Qualitäten eindeutig aus
weißen Sorten gekeltert, wobei der Charakter der frischen,
fruchtigen Weine nicht mehr viel mit den historischen Vorbildern zu
tun hat, die Constantia einst in der Welt berühmt machten.
Gelegentlich findet man noch einen „Vin de Constance“ (Klein
Constantia) oder einen „Natural Sweet Wine“, aber die sind mit
wenigen Ausnahmen Meilen von der Klasse und Glorie vergangener Tage
entfernt.
Viel spannender geht es da inmitten des
quirligen Kaptstadt selbst zu, wo sich einige der gebietsunabhängigen
Kellereien und Abfüller niedergelassen haben. Auch die Flagstone
Winery hat hier – direkt neben der Touristen-Attraktion Waterfront
– ihr Hauptquartier aufgeschlagen und keltert Trauben aus fast
allen Weinbaugebieten des Western Cape. Bruce „no fear of tannins“
Jack, Eigner und Weinmacher von Flagstone, zeigt, wo die Zukunft Südafrikas
liegen könnte: bei hochwertigen, fest strukturierten, eleganten und
komplexen Rotweinen aus Shiraz, Pinotage und Cabernet, und bei kräftigen,
alterungsfähigen Weißen. Doch dazu mehr im zweiten Teil unserer
großen Reportage... (Fortsetzung
folgt in der Juni-Ausgabe des WorldWine Magazins)
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