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Zu den bisherigen Portraits und Reportagen     

 

2002 

Achterbahn am Rhein

 von Lothar Christophel und Eckhard Supp

In den Siebzigern galt das Elsass mit seinen trockenen, sauberen Edelzwickern als Mekka deutscher Weinfreunde, die der damals herrschenden, pappsüßen, klebrig-dicken "Spätlese-Kultur" von Mosel, Nahe, Pfalz und Rheingau überdrüssig waren. Die Einrichtung von Grand-Cru-Lagen bescherte den Elsässer Weinen in den achtziger Jahren einen Prestige-Schub und viel internationale Anerkennung. Diese goldenen Zeiten sind leider vorbei, auch was die Elsässer Exporte nach Deutschland betrifft. 

Zwanzig, fünfundzwanzig Jahre ist es her, als in Deutschland das Wort Wein noch mit „süß, pappsüß, klebrigsüß“ dekliniert wurde, da war ein Elsässer Name der Inbegriff des trockenen, leichten, dennoch aber schmackhaften und hervorragend zum Essen geeigneten Weißens. Edelzwicker hieß der Tropfen, ein Verschnitt aus verschiedenen Rebsorten, dessen Kultstatus heute nur mit dem des Pinot grigio oder des Prosecco vergleichbar ist. Keine „großen“ Gewächse wurden unter diesem Namen nach Deutschland verkauft, eher Alltagsweine. Oft aber waren sie dennoch von tadelloser Qualität und das war letztlich das Geheimnis ihres Erfolgs.
 

Bis dicht an die Stadtmauern reichen die Weinberge in Riquewihr, einer der bekanntesten und von Besuchern meist- frequentierten Weinbaugemeinden des Elsass. Dem ununterbrochenen Touristenstrom ist aber leider auch die Tatsache geschuldete, dass im Elsässer Weinbau lange nicht mehr alles Gold ist, was glänzt. (alle Fotos: Eckhard Supp)


Das Elsass, Alsace für die Franzosen, ist mit nur knapp 14.500 Hektar Rebfläche keine der ganz großen Weinbauregionen Frankreichs, aber diejenige mit dem vielleicht eigenständigsten Charakter. Daran ist nicht nur die geographische Lage am Osthang der Vogesen, im Talbruch des Oberrheins Schuld, die den Weinbergen ein relativ kühles, aber durch die hohen Berge auch vor zuviel Regen und gegen kalte Winde geschütztes Klima garantiert. Auch der Rebsortenspiegel, der dem deutschen ebenso ähnelt, wie die Struktur der Herkunftsbezeichnungen, in denen diese Rebsorten die Rolle der Protagonisten einnehmen, verhilft der Region zu seiner Sonderstellung. Es reicht, zu erwähnen, dass die Edelsorte Riesling in Frankreich westlich der Vogesen nicht kultiviert werden darf, und dass ein Winzer des Languedoc, der vor einigen Jahren mit der Sorte experimentieren wollte, solchen Ärger mit den Behörden bekam, dass er letztlich verzichtete.

Die jüngere Geschichte des elsässischen Weinbaus ähnelte in den letzten Jahrzehnten einer Fahrt mit der Achterbahn. Steilen Aufstiegen folgten nicht weniger rasante Talfahrten, und das gilt leider nicht nur für ökonomische Aspekte wie den Export der Elsässer Weine ins benachbarte Deutschland, sondern auch für die Weinqualitäten. Die Erfolge der siebziger und achtziger Jahre, den die Weine aus Colmar und Andlau, aus Riquewihr und Guebwiller auf dem deutschen Markt feiern konnten, sind schon lange nur noch Erinnerung.

Große Gewächse aus großen Lagen

Das konnte letztlich auch die Einrichtung von Grands Crus nicht verhindern, mit denen das Elsass in den siebziger und achtziger Jahren zunächst großes Renommée erwarb. Grands Crus wurden jene Weinbergslagen genannt - 50 an der Zahl -, auf denen die besten, ausdrucksvollsten und individuellsten Weine aus so genannten noblen Rebsorten wachsen. Als nobel gelten im Elsass Riesling (23 Prozent der Flächen), Gewürztraminer (18 Prozent) und Grauburgunder - auch Tokay Pinot gris genannt (21 Prozent) - und Muskateller, die nicht nur für die besten trockenen Weine, sondern auch für die großen halbtrockenen und süßen Gewächse verantwortlich zeichnen, welche unter den Namen Vendanges tardives (Spätlese) und Sélection de grains nobles (Edelbeerenauslese) firmieren.

Als das Elsass vor gut 25 Jahren damit begann, Weinberge für diese Grand-Cru-Klassifizierung auszuweisen, wurde das Modell weithin beachtet und galt als Vorbild für ähnlich gelagerte deutsche und österreichische Anstrengungen. Die ausgewählten Lagen besaßen nicht nur die besten Böden, auf ihnen herrschten auch ideale klimatische Bedingungen, und viele von ihnen erstreckten sich über Steilhänge mit Süd- oder Südost-Ausrichtung.

Dennoch bescherte das Modell den Elsässern kaum wirtschaftliche Zugewinne. Der Durchschnittspreis der Grands-Crus-Weine liegt auch nach zwei Jahrzehnten nicht mehr als etwa doppelt so hoch wie der normaler "AC-Alsace"-Gewächse und lohnt kaum deren deutlich höheren Gestehungskosten, die alleine durch die rigideren Höchsterträge (nur 55 statt 80 hl / ha sind erlaubt) bedingt sind, ganz zu schweigen von erschwerten Arbeitsbedingungen an den Steilhängen. Vor allem auf den Auslandsmärkten fand der Zugewinn an Prestige keine wirtschaftliche Entsprechung. Die Exporte nach Deutschland brachen in den neunziger Jahren sogar dramatisch ein, und nur der französische Inlandsmarkt verschaffte den Erzeugern am linken Oberrhein noch etwas Befriedigung.

Dabei stammt das, was an qualitativ hochwertigen Weinen aus der Region kommt, wirklich fast ausschließlich aus diesen Grand-Cru-Spitzenlagen, zu denen etwa vier Prozent der gesamten Weinbergsfläche gehören. Wie in alten Zeiten aber ziehen viele Winzer und Handelshäuser für ihre Weine und Etiketten private Cuvée- und Selektions-Bezeichungen den Grand-Cru-Namen vor, was nicht eben ein Beweis für deren Schlagkräftigkeit ist. Ohnehin wurden nur diejenigen Grands Crus zu wirklich prestigeträchtigen Markennamen, die schon vor der Klassifizierung als Einzellagen bekannt und berühmt waren.
 

Fachwerkhäuser sind die Wahrzeichen des touristischen Elsass. Mit ihrem reichene Schmuck zeugen sie noch heute vom Reichtum des Elsass im 15. und 16. Jahrhundert, als die Weine der Region in ganz Europa getrunken wurden. Hunderte, Tausende dieser Fachwerkhäuser säumen die schmalen Gassen der Dörfer und Städte zwischen Straßburg und Mulhouse, die auch für ihre hervorragende Gastronomie bekannt sind. Es reicht, Namen wie den der Brüder Haeberlin oder den des Fer Rouge in Colmar zu nennen, die Weltruf besitzen. Auch viele der typischen Weinstuben bieten gastronomische Leistungen auf hohem Nivea. Nach üppiger Mahlzeit locken Kilometer-lange Wanderwege zum Verdauungs-Spaziergang in den Weinbergen.

 

 

 

Qualitatives Auf und Ab

Diese geringe Bereitschaft von Erzeugern und Märkten, die Grands-Crus wirklich als absolute Spitzenprodukte zu präsentieren und zu akzeptieren, hat vor allem einen Grund: schwankende Weinqualitäten. Zwar findet der Weinfreund bei den guten Erzeugern - einige der besten Namen sind am Schluss dieses Artikels aufgelistet - seit Jahren Weine, die über alle Kritik erhaben sind. Hugel & fils, Josmeyer, Schoffit, Trimbach, Kreydenweiss, Faller oder Zind-Humbrecht gelten auf fast allen Exportmärkten als Renommier-Namen, und selbst die US-Zeitschrift "Wine Advocate" des amerikanischen Weinpapstes Robert Parker verleiht ihren Weinen immer wieder Spitzen-Wertungen.

Dahinter aber sieht es teilweise recht düster aus. Selbst eindeutig fehlerhafte, oxidierte Qualitäten konnten wir in den Verkostungen der letzten Jahre immer wieder finden, und nicht selten waren die teureren Grands-Crus um keinen Deut besser als normale AC-Weine. Insbesondere die im letzten Jahrzehnt deutlich zu Tage getretene Tendenz vieler Erzeuger, mangelnde Konzentration der Weine durch überreiche Restsüße zu kompensieren - "der Verbraucher will es so!" lautet die oft gehörte Verhöhnung der Weinfreunde, die sich noch an die glorreichen, trockenen Zeiten des Elsass erinnern -, dürfte das Elsass mehr Sympathien unter den Weinfreunden gekostet haben, als man es sich in Straßburg oder Colmar eingestehen will.

Dessen ungeachtet gilt das Elsass zu Recht noch immer als eines der ganz wenigen Weinbaugebiete der Welt, in denen rassige, vielschichtige und alterungsfähige Rieslinge wachsen können. Von anderer Statur als die filigranen Moselrieslinge oder die würzigen Wachauer, haben sie aufgrund der klimatischen Bedingungen oft einen recht hohen Alkoholgehalt, der aber bei guten Erzeugern durch Extraktfülle - nicht nur durch klebrige Restsüße - ausbalanciert wird. Das gilt auch für den Grauburgunder alias Pinot gris, dessen Geschmack hier so üppig und großzügig ausfallen kann, dass die Sorten-Verwandschaft mit dem im Vergleich eher wässrig wirkenden italienischen Pinot grigio fast unglaubwürdig erscheint.

Nimmt man die süßen Vendanges Tardives und Sélections de grains nobles hinzu, die ehrlichen Sylvaner und die schmelzigen Weißburgunder - in Wahrheit meist Verschnitte aus Weißburgunder und Auxerrois - oder auch den Pinot noir, aus dem in den letzten Jahren zunehmend Rotweine gekeltert werden, die diesen Namen wirklich verdienen und die sogar den Ausbau im Barrique aushalten, dann hat das Elsass eine Weinpalette zu bieten, mit der es sich wahrlich nicht zu verstecken braucht. Schade nur, dass es qualitativ und bei der Vermarktung nicht mehr daraus macht!

Empfehlenswerte Erzeuger:

Domaine Blanck Frères – Kientzheim, F - 68240 Kaysersberg, Tel: 0389471645.
Domaine Marcel Deiss – 15, route du vin, F - 68750 Bergheim, Tel: 0389736337.
Maison Hugel et fils – 3, rue de la 1ère Armée, F - 68340 Riquewihr, Tel: 0389479215.
Domaine Josmeyer – 76, rue Clémenceau, F - 68920 Wintzenheim, Tel: 0389279190.
Domaine Marc Kreydenweiss – 12, rue Deharbe, F - 67140 Andlau, Tel: 0388089583.
Domaine Schoffit – 27, rue des Aubépines, F - 68000 Colmar, Tel: 0389244114.
Dolmaine Seppi Landmann – 20, rue de la Vallée, F - 68570 Soultzmatt, Tel: 0389470933.
Domaine René Muré - Clos St. Landelin – Route du Vin, F - 68250 Rouffach, Tel: 0389785800.
Cave Vinicole de Pfaffenheim – 5, rue du Chai, F - 68250 Pfaffenheim, Tel: 0389780808.
Cave Vinicole de Turckheim – 16, rue des Tuileries, F - 68230 Turckheim, Tel: 0389270625.
Domaine Weinbach – C. Faller & filles– Clos des Capucins, F - 68240 Kaysersberg, Tel: 0389471321.
Domaine Zind-Humbrecht – 4, route de Colmar, F - 68230 Turckheim, Tel: 0389270205.  

 

Die bisherigen Reportagen und Portraits

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Verkannte Neuzüchtungen (2002)
Kork - Die unendliche Geschichte (2002)
 
Australien Neue Welt mit Charme - Hunter Valley (2003)
Weinbau in den Roaring Fourties - Tasmanien (2002)
Edle Tropfen in down under - Südaustralien (2001)
 
Chile Die Erben der Konquistatoren (2002)
  
Deutschland Weingut direkt ... aus dem Internet (2004)
Der Bioprofessor vom Mittelrhein (2004)
Weinberg in Not - Homburger Kallmuth (2002)
Aufbruch in der Südpfalz (2002)

Weine von der Hütt' - St. Antony (2002)
Frankreich Klein und begehrt - Les-Baux-de-Provence (2003)
Champagne-sur-Loire - Bouvet Ladubay (2003)

Charles Philipponnat (2003)

Elsass von gestern? (2003)
Chablis - Der andere Chardonnay (2002)

Bordeaux-Connection (2002)

Ein Württemberger im Bordelais (2002)

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Achterbahn am Rhein - Das Elsass (2002)

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Krieg der Stile - Barolo (2002)

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Karriere mit Grenzen - Franciacorta - Italiens kleine Champagne (1998)
Der schlafende Riese - Das Piave-Gebiet (1998)
Die ideale Weinreise - Portrait des toskanischen Lebensgefühls (1997)
 
Kanada Okanagan - Kanadas Napa Valley (2006) 
Österreich Ambitionierte Genossen - Zantho (2002)
Gestörter Dornröschenschlaf - Stefan Köstenbauer (2002)

Viel Glück gehabt - Willi Bründlmayer (2002)

Miniatur-Toskana - Die Steiermark (1999)
 
Portugal Der Portwein, der keiner ist (2003)
 
Schweiz Energie pur: Marie-Thérèse Chappaz (2002)
 
Spanien Fino, Amontillado oder Oloroso - Jerez sucht seine Zukunft (2002)
Rioja 2002 - zwischen Tradition und Moderne (2002)
Das Jahrzehnt nach der Krise - Rioja wieder im Aufwind (1998)
 
Südafrika Der Visionär vom Kap - Alexander von Essen (2005)
Künstler am Kap - Christoph Dornier (2002)

Ein Land hat Hoffnung - Südafrika Teil 1 (2002)
, Teil 2 (2002)
Ästhet mit Mantra - Hamilton Russel (2002)
  
USA Der alte Mann und der Wein - Mondavi 90 (2003)
Verwöhnter Nordwesten - Washington (2002)

Burgunder-Träume in Carneros (2002)

Gallo - Ein Gigant macht sich schön (2002)

Großes Kalifornien-Dossier - Trends, Betriebe, Sorten, Export (1999)

It never rains in Southern California (1998)

Nicht nur Napa und Sonoma - Weinbau außerhalb Kaliforniens (1998)

 

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Asiatisch-exotische Würze

Sushi und Sashimi, Dim Sum und Peking-Ente, Tandoori-Chicken und Fisch-Curry sind uns heute fast so vertraut wie Erbsensuppe und Schweinebraten. In vielen Küchen ersetzt der Wok immer öfter die Bratpfanne und frischer Chili, Zitronengras und Kokosmilch gelten als selbstverständliche Zutaten heimischer Kochkunst. Wenn das lecker exotisch duftende Mal dann auf dem Tisch steht, gibt es aber oft lange Gesichter. Zu einem solchen Gericht passt doch kein Wein!

Das ist allerdings ein Trugschluss! Trockene, fruchtige, mineralische Elsässer Weine, auch solche mit pikanter Restsüße können ideale Begleiter zu den genannten Gerichten sein! Ganz mutige Weinfreunde haben vielleicht schon einmal eine Flasche Elsässer Riesling zum pfannengerührten Gemüse mit Streifen vom Rinderfilet geöffnet und verblüfft festgestellt: Es passt! Aber was ist mit indischer Küche? Was mit der Karibik und ihren Kokossaucen oder der thailändischen Küche, in der sehr salzige Fischsoßen und höllisch scharfe Currypasten die Hauptrolle spielen? Eine kleine Demonstration, die der Elsässer Weinbauverband kürzlich in Hamburg veranstaltete, gab Antworten auf die meisten dieser Fragen.

Gestartet wurde mit Fingerfood aus der euro-asiatischen Küche: Hoisin, glasierte Gänseleber auf Mango-Ananassalat, Tempura von Riesengarnelen mit Pflaumensauce und gebratene Wachtelbrust auf Shiitake-Risotto mit Passionsfrucht-Currysauce. Gegen dieses Bombardement der Geschmacksnerven mussten sich ein 1998er Muscat d`Alsace „Fleurons“ von der Domaine Josmeyer und alternativ ein Cremant d`Alsace von Pierre Paul Zink stellen. Der aromatische und trotzdem trockene, erfrischende Muscat schaffte das genauso spielend wie der feinperlige Cremant. Beide gingen mit den vielschichtigen Aromen der Gerichte eine perfekte Ergänzung ein.

Es folgten typische Gerichte der japanischen Küche: Edamame, das sind kalt servierte, gekochte und gesalzene Sojabohnen, Gyooza, also Teigtaschen mit Kohl und Hackfleich, begleitet von einer scharfen Sauce und Teami-Sushi. Sie waren Herausforderer einer 1997er Riesling Reserve von Domaine Trimbach und eines 1998er Pinot Blanc von Albert Boxler. Die trockene Riesling Reserve mit ihrer mineralischen Note entpuppte sich als kongenialer Begleiter zu Sojabohnen und Teigtaschen, während der komplexe Pinot Blanc mit seiner leicht süßlichen Note sogar dem sehr scharfen Wasabe (japanischer Meerrettich) locker Paroli bot. Niemand vermisste hier Wasser oder Bier!

Ein für die kreolische Küche typischer Eintopf namens Bay Island Treasure Stew, bestehend aus Scampi, Riesenmeeresschnecken, Taschenkrebse, Venusmuscheln und Kartoffeln, feingewürzt in einer Kokossahnesauce, forderten gleich zwei Weine heraus. Der schwergewichtige 1998er Gewürztraminer „Cuvée Theo“ von der Domaine Weinbach hatte dabei mit seiner Würze und seiner kräftigen Restsüße leichtes Spiel. Als Alternative stand der 1997er Pinot Gris „Lerchenberg“ von Marc Kreydenweiss zur Wahl, der am Gaumen frischer wirkte und von vielen Teilnehmern bevorzugt wurde.

 Drei Gerichte aus der gewürzreichen indischen Küche setzten die Messlatte für die angestellten Weine noch mal eine Stufe höher. Chicken Makhani, ein Hühnchenfilet Tandoori in Joghurt-Tomaten-Sauce, Lamm Bhuna, Lammfleisch gebraten mit Chili, Ingwer und Tomaten in roter Curry-Sauce mit frischem Koriander und Lamm in Mango-Curry und Safran wurden von Biryani, Basmatireis mit Gemüse, Rosinen und Cashewnüssen in rotem Curry begleitet. Diese gebündelte Aromenvielfalt von scharfen Gewürzen und leicht süßlichen Früchten versprach einen spannenden Kampf mit den Aromen der dazu servierten Weine.

Angetreten waren der 1994er Pinot Noir „Burlenberg“ von Marcel Deiss und der 1996er Tokay Pinot Gris Vieilles Vignes „Rosenberg“ von der Domaine Barmes-Buecher. Es ging also jetzt nicht mehr allein um die Frage, ob zu diesen Speisen überhaupt Wein passt, sondern auch noch darum, ob es zur Abwechslung ein Roter sein darf. Das Ergebnis war rundherum verblüffend: Der Pinot Noir von Marcel Deiss, leicht gekühlt serviert, erweckte den Eindruck als sei er nur für die indische Küche erfunden worden!

 Auch ausgesprochene Skeptiker mussten nach dieser Demonstration zugeben, dass die präsentierten Elsässer Weine sich ausgezeichnet schlugen. Diesbezügliche Bedenken darf man in Zukunft also getrost über Bord werfen.