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Italienischer
Weinskandal überschattet Vinitaly
Zeit-online
attackiert Gault-Millau
Südtirols
Weinbau will an einem Strang ziehen
Sauvignon-Kongress
in der Steiermark
Auch
2008 bleibt Südafrikas Export auf Rekordkurs
Allegrini
degradiert Weine aus Protest gegen Korkzwang
Kaliforniens
Weinbau legt um 3 % zu
Sachsen-Anhalt
will mehr Weinbau
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Italienischer
Weinskandal überschattet Vinitaly |
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(14/04/08) -
Velenitaly -
mit diesem Kunstwort aus Vinitaly, dem Namen von Italiens
größter Weinmesse, und "veleno" (deutsch: Gift)
für die diesjährige Ausgabe der berühmten Veroneser
Weinshow feiert die italienische, aber auch die
ausländische Presse derzeit Italiens neueste Weinskandale -
die in Wirklichkeit so neu nicht sind. Bereits im letzten
Spätsommer wurden vom "Corpo Forestale dello Stato",
einer Sondereinheit der italienischen Staatspolizei, in der
süditalienischen Region Apulien zwei Kellereien
kontrolliert und in der Folge geschlossen, die aus Wasser,
Melasse sowie einer ganzen Reihe Säuren und Phosphate
Chemiewein gepanscht und als roten bzw. weißen Tafelwein an
Supermärkte in ganz Italien verkauft hatten. Obwohl
offenbar nicht so gefährlich wie der mit hohen Anteilen
Methanol versetzte Wein der 1980er-Jahre, der mehr als
zwanzig Menschen das Leben kostete - immerhin gelten einige
der diesmal verwendeten Substanzen aber als krebserregend -,
und obwohl die Weine auch nicht ins Ausland verkauft wurden
(Jetzt offenbar doch: In deutschen Supermarktregalen wurden
die ersten Flaschen Chemiewein beschlagnahmt, Nachtrag d.
Red. v. 15.4.),
nahm diese Panscherei aufgrund der in den Handel gelangten
Mengen - es soll sich um 6-700.000 hl handeln, was
immerhin mehr als 1 % der gesamten Weinproduktion Italiens
entspräche - ein für die gesamte italienische
Weinwirtschaft bedrohliches Ausmaß an. Sie warf auch erneut
die Frage auf, wie es um
das Kontroll- und das Justizsystem Italiens bestellt ist.
Weinmengen
und institutionelle Implikationen hätten also für eine
wirklich heiße Debatte sorgen können, bei der auch
(politische) Verantwortlichkeiten zu benennen gewesen
wären. Fast schon verdächtig passend kam da ein zweiter
"Skandal", der in den Tagen vor der Eröffnung der
Vinitaly "aufgedeckt" wurde, der aber auch nicht
wirklich neu war: Er hatte die angebliche oder tatsächliche
Verwendung nicht zugelassener Rebsorten (Cabernet Sauvignon,
Merlot etc.) in einem der berühmtesten italienischen
Rotweine zum Gegenstand, dem Brunello di Montalcino, der
nach dem Weingesetz reinsortig, d. h. zu 100 % aus der
Rebsorte Sangiovese gekeltert sein muss. Nun ist weder die
Tatsache, dass seit 15 oder 20 Jahren kleinere Anteile
französischer Rebsorten im Brunello verarbeitet werden, neu
- auch beim Chianti Classico war diese illegale Praxis lange
Zeit gang und gäbe und wurde schließlich vom Gesetzgeber
zugelassen -, noch die, dass die toskanische
Staatsanwaltschaft schon sein Jahren ein kritisches Auge auf
die Großkellereien der Region (Banfi, Frescobaldi, Antinori
und wie sie alle heißen) geworfen hat und ihnen immer
wieder Unregelmäßigkeiten nachzuweisen versucht.
Was
in diesem Fall allerdings merkwürdig erscheint, ist die
Tatsache, mit welcher Verve vor allem angelsächsische
Publikationen, die der ersten, eigentlichen und großen
Panscherei wenn überhaupt nur gelegentlich einen Nebensatz
gewidmet hatten, sich während und nach der Vinitaly auf den
so genannten Brunello-Skandal stürzten. Verbraucher -
inzwischen selbst in Deutschland - fragen verängstigt
"Was ist dran?" und die Verwirrung reicht bis zum
kunstvoll kreierten "Gesamtskandal": Da war dann
davon die Rede, die Toskaner hätten apulischen Wein
(vielleicht noch aus den beiden geschlossenen Kellereien?)
in ihre DOCG-Kreszenzen verschnitten. Gepanschter Chemiewein
und gepanschter Brunello landeten in einem Sack, denn
schließlich: Panschen ist doch gleich Panschen, oder nicht?
Wenn
man sich vor Augen hält, dass die Ermittlungen bei Banfi
beispielsweise überhaupt nur aufgrund von
Unregelmäßigkeiten zwischen deklarierten Ernte- und
Produktionsmengen in den Büchern des Kellereigiganten
zustande kommen konnten, darf man sich fragen, welcher
Teufel renommierte kalifornische Weinzeitschriften ritt,
diesem Brunello-Skandal zu einem solchen Echo zu verhelfen:
Weiß man doch, dass in ihrem eigenen Heimatland ein
offizieller, herkunftsbasierter Weinbergskataster, der es
überhaupt erst möglich macht, solche
"Unregelmäßigkeiten" zu entdecken, vielerorts
gar nicht existiert. Auffällig ist auch die Zeitgleichheit
zwischen dem "Brunello-Gate" und der Kritik, die
die britische Zeitschrift Decanter in diesem Frühjahr an
den so genannten cabernet- oder merlotbasierten
Super-Tuscans gestartet hat, denen, so die Briten, jegliche
Identität oder "Terroir" fehlten (s. dazu unser
aktuelles Editorial "Skandale,
Randale").
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Zeit-online
attackiert Gault-Millau |
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(14/04/08) -
"Wie gut ist
die Beurteilung des Weinführers "Gault Millau"
wirklich? Und wie unabhängig arbeiten die berühmten
Weinkritiker eigentlich?" Mit diesen Fragen
eröffnete Rainer Schäfer, Autor von Zeit online, die
10. Folge seiner Weinkolumne im Internetableger der
renommierten deutschen Wochenzeitung. Schäfer nahm
dabei vor allem die beiden Chefredakteure des Gault
Millau, Armin Diel und Joel Payne, aufs Korn, denen er
mangelnde Unabhängigkeit und Neutralität vorwarf.
"Bei seinen Bewertungen hält sich der Gault Millau
nicht an die Grundregel, dass Weine blind, also unter
Abdeckung des Etiketts, verkostet werden sollten, um
möglichst viel Objektivität zu gewährleisten",
schrieb Schäfer und prangerte die Interessenkonflikte
insbesondere Armin Diels an, der nicht nur Chefredakteur
des Weinguides, sondern auch Winzer und Vorsitzender des
VDP-Nahe, somit einflussreicher Weinlobbyist sei. Da wir
diese Konstellation - und nicht nur diese -
bereits seit Jahren öffentlich kritisiert haben, fragen
wir uns nur: Wem hat Armin Diel jetzt plötzlich so weh
getan, dass selbst Zeit-Redakteuren seine kaum zu
verbergenden Interessenkonflikte "auffallen"?
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Südtirols
Weinbau will zukünftig an einem Strang ziehen
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(14/04/08) -
Die
(neuen) Präsidenten der Interessenverbände der
Südtiroler Weinwirtschaft wollen in Zukunft dafür
sorgen, dass die historische Feindschaft zwischen
Winzern, Genossenschaften und Weingütern bzw.
Kellereien einem produktiven Miteinander weicht.
Nachdem in den letzten Tagen und Wochen Anton
Zublasing als Präsident des Genossenschaftsverbands
neu gewählt und Alois Lageder für die
Weingüter-Kellereien sowie Josephus Mayr für die
Freien Weinbauern in ihren Ämtern bestätigt wurden,
kündigten sie eine Verstärkung der Zusammenarbeit
an, die bereits in den vergangenen Monaten begonnen
habe. Durch die Gründung eines "Konsortiums zum
Schutz der Südtiroler Weinwirtschaft" wurden
bereits die Grundlagen für eine eventuelle
Vereinigung der drei Verbände im Rahmen einer
einzigen Organisation geschaffen.
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Sauvignon-Kongress
in der Steiermark
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(14/04/08) -
Zu
einer österreichisch-neuseeländischen Show wird
vermutlich der im Sommer geplante
Sauvignon-blanc-Kongress in der österreichischen
Steiermark werden. Die Veranstaltung, die laut
Ausschreibung "eine der faszinierendsten
Rebsorten" zum Gegenstand hat und vom 26. - 28.
August in Graz stattfinden wird, wird vor allem von
Vertretern dieser beiden Nationen gestaltet werden.
Unter anderem listet das Programm fünf
neuseeländische und fünf österreichische
Vortragende auf, denen nur zwei Franzosen und ein
Italiener gegenüberstehen. Die Loire und das Friaul
als wichtige Sauvignon-Regionen tauchen in der Liste
überhaupt nicht auf. Bleibt zu hoffen, dass dieser
regionale Schwerpunkt nicht auf die Weinauswahl bei
den vorgesehenen Verkostungen abfärbt, denn dann
stünde die Dominanz der häufig nicht wirklich
überzeugenden Stachelbeersäfte aus Neuseeland zu
befürchten. Genauere Informationen finden sich
unter www.worldsauvignon.com.
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Auch
2008 bleibt Südafrikas Export auf Rekordkurs
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(14/04/08) -
Nach
dem guten Ergebnis, das die südafrikanischen
Weinausfuhren im vergangenen Jahr verbuchen konnten,
hat sich auch das ersten Quartal 2008 sehr positiv
entwickelt. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten
des Vorjahres stiegen die Exporte um 35 %, was auch
dafür sorgte, dass sie mengenmäßig zum ersten Mal
den Absatz auf dem heimischen Markt übertrafen, der
derzeit nur um etwa 5 % jährlich zulegt..
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Allegrini
degradiert seine Weine aus Protest gegen das
Verbot von Schraubverschlüssen
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(14/04/08) -
Das
Veroneser Weingut der Geschwister Allegrini hat
jetzt beschlossen, seine Weine nicht mehr unter
der Herkunftsbezeichnung Valpolicella Classico,
sondern nur noch als einfachen Valpolicella zu
vermarkten. Damit will man gegen die Tatsache
protestieren, dass die DOC-Vorschriften des
Classico wie in vielen italienischen Regionen
die Nutzung von Naturkorken vorschreiben und
keine alternativen Verschlüsse zulassen.
Allegrini hat diesen Schritt vor allem in
Absprache mit seinem britischen Importeur getan;
was die Importeure in anderen Ländern davon
halten, ist nicht bekannt.
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Kaliforniens
Weinbau wächst weiter, verliert aber
Marktanteile in den USA.
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(14/04/08) -
Kaliforniens
Weinwirtschaft hat im Jahr 2007 weltweit eine
Rekordmenge von 233 Mio 12-er-Kisten Wein
(knapp 21 Mio. hl) verkauft, von denen 192 Mio
auf dem amerikanischen Binnenmarkt abgesetzt
wurden. Gegenüber dem Vorjahr stellte dies
einen Zuwachs von 3 % weltweit, aber nur von 2
% auf dem US-Markt dar. Damit erzielte der
US-Weinbaustaat par excellence ein Ergebnis,
das im eigenen Land schlechter ausfiel als auf
den Exportmärkten, während umgekehrt die
übrigen US-Staaten, vor allem aber die
Lieferanten aus dem Rest der Welt vom
wachsenden amerikanischen Weinmarkt deutlich
stärker profitierten als Napa & Co.
Insgesamt wurden in den USA 2007 313 Mio.
12-er-Kisten verkauft, was einen Zuwachs von 4
% gegenüber dem Vorjahr und einen Gesamtwert
von 30 Mrd US$ darstellte. 61 % dieser Menge
stammte aus Kalifornien. Wertmäßig ist
damit, nach Angaben des kalifornischen
Weininstituts, der US-Markt zum größten
Weinmarkt der Welt geworden. Aus einer
Untersuchung von AC Nielsen geht gleichzeitig
hervor, dass die beliebtesten Weine im LEH
Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Merlot und
White Zinfandel sind, die zusammen knapp die
Hälfte des Angebots ausmachen.
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Sachsen-Anhalt
will mehr Weinbau
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(14/04/08) -
Die
Agrarminister der Bundesländer haben sich
jetzt darauf geeinigt, Neuanpflanzungsrechte
über 100 Hektar, über die Rheinland-Pfalz
noch verfügt, ohne sie zu nutzen, auf
andere Bundesländer zu übertragen.
Insbesondere Sachsen-Anhalt soll davon
profitieren und erhält die Rechte für 31
Hektar. Damit soll jungen Winzern in den
Tälern von Saale, Elster und Unstrut
Gelegenheit gegeben werden, sich eine
Existenz aufzubauen. Der Zuwachs würde das
Anbaugebiet Saale-Unstrut auf einen Schlag
um knapp 5 % vergrößern.
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