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Einfluss und distanziert sich ausdrücklich von ihnen. Sobald uns rechts-
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Das
sprichwörtliche Schwarze Loch wäre wohl ein eher
beschönigendes Bild für den Zustand, in den
die georgische Weinwirtschaft nach dem vor gut einem
Jahr verhängten, kompletten russischen Importstopp
für die Weine aus der Kaukaususrepublik fiel.
Schlagartig war der gesicherte Absatz von 60
Millionen Flaschen Wein im Jahr null und nichtig,
Ersatzmärkte gab es nicht. Dass Georgiens Winzer
und Weinmacher sich jetzt neue Märkte in Europa und
der Neuen Welt suchen müssen, stellt sie vor zuvor
nicht gekannte Probleme, v. a. hinsichtlich der
Typologie und Qualität ihrer Weine.
Dabei
besitzt das Land mit gut 500 einheimischen Rebsorten
ein gigantisches, allerdings bis dato leider nur
marginal genutztes genetisches Reservoir und
müsste, so gesehen, exzellente Karten für die
Produktion von eigenständigen, authentischen "Terroir"-Weinen
haben. In Weinbau und Kellertechnik liegt allerdings
noch einiges im Argen: Zu hohe Erträge, lange Zeit
sträflich vernachlässigte Sortenpflege, nicht
wirklich auf Qualität angelegte Weinberge
dominieren das Bild auf Seiten des Weinbaus; bei der
Kellertechnik findet man von ultramodernen bis zu
hoffnungslos archaischen Anlagen alles. Nur wenige
Önologen beherrschen die Vinifizierung und den
Ausbau der Weine wirklich perfekt, was sich häufig
in unsauberen Aromen, in kratzigen Strukturen (kein
Säureabbau bei den Roten!), in Oxidation und
mangelnder Konzentration bemerkbar macht.
Die
international "kompatibelste" Sorte
scheint der rote Saperavi zu sein, der insbesondere
in Weinen der kachetischen Herkunftsbezeichnung
Mukuzani zur Höchstform aufläuft. Bei ihr könnte
allerdings noch deutlich mehr mit Verschnittanteilen
anderer roter Sorten experimentiert werden, um Nase
und Gaumen mehr Komplexität zu verleihen. Bei den
weißen Sorten zeigt der weit verbreitete Rkaziteli
schöne Eigenständigkeit. Interessant sind auch die
amphorenvergorenen und häufig anschließend im
Barrique ausgebauten Weine, die eine alkoholleichte,
knochentrockene Aperitif-Alternative zu Sherry
darstellen könnten.
Im
Folgenden stellen wir die besten Weine einer Reise
vor, die auf Einladung der deutschen GTZ
(Gesellschaft für technische Zusammenarbeit)
zustande kam, und auf der ENO WorldWine im Rahmen
eines "Benchmark Tastings" der
versammelten önologischen Kompetenz Georgiens
internationale Weine vorstellen konnte, die nicht
nur in unseren Verkostungen Höchstnoten erhalten
hatten, sondern auch ein Stück authentisches
Terroir darstellen. Eine kleine Zahl Weine konnten
wir auch bereits auf der vergangenen ProWein
verkosten und haben die Ergebnisse hier integriert.
Auf
alle Fälle, eine Entwicklung, die weiter zu
verfolgen sein wird ....
Die
Verkostungs-Highlights von Eno WorldWine stellen
eine Auswahl aus umfangreicheren Proben dar, die
jedoch nicht immer den repräsentativen Charakter
besitzen, um Thema unserer großen (Profi-)Verkostungsreports
werden zu können. Die Weine sind - auch bei
gleicher Punkte(Sterne)zahl - in der Reihenfolge
ihrer Beurteilung (absteigend) aufgeführt. Weine
aus diesen Proben, die hier nicht aufgeführt
werden, können Sie mit einer gewissen zeitlichen
Verzögerung in unserem
Verkostungs-Archiv
finden.
Maisuradze Wines,
2200 Telavi,
Mukuzani
2005: dichtes,
intensives Rot, Nüsse, Pflaumen und Banane
in der Nase, am Gaumen Saft, gute Struktur,
sandiges Tannin
*****
Maisuradze Wines,
2200 Telavi,
AkhaseniSaperavi 2005:
dichtes, leuchtendes Rubin, in der Nase
würzige Frucht, die etwas von Spuren des
Holzausbaus maskiert ist, festes Tannin,
noch jung, aber ausgewogen und
entwicklungsfähig, guter Wein, 2. Probe:
dichtes, sehr frisches Rubin, Kirschen,
Vanille, etwas Schokolade, feste, schöne
Tanninstruktur, noch entwicklungsfähig
****
Kakhuri Ltd., 2200 Telavi,
Mukuzani red 2004:
frisches, dichtes Rot, am Gaumen schlank,
elegant, Aromen von Kirschen und Beeren,
guter, fester Wein, 2. Probe: gutes Rubin,
saubere, recht tiefe Beerenfrucht, weißer
Pfeffer, reife Birnen, Struktur und
genügend Extrakt
****
Maisuradze Wines,
2200 Telavi,
Kisi 2005:
leuchtendes Goldgelb, frische Frucht im
Duft, fester Stoff, Struktur
****
Shumi Ltd., 2217 Tsinandali, Kachetien
Saperavi 2005:
ichtes, intensives Rubinrot, weißer
Pfeffer, schöne aromatische Tiefe, fest,
klassisch strukturiert, Syrahtyp, 2. Probe:
intensives Rubin, sehr pfeffrige Frucht mit
Rosenduft, auch etwas balsamische Noten, am
Gaumen noch raues, kompaktes Tannin
****
Vinoterra, 2200 Kisiskhevi, Kachetien
Saperavi 2004:
dichtes Rot, saubere, leicht balsamische,
aber etwas zu eindimensionale Nase, mit der
Lüftung leichte Minzespur, dicht, Kraft vom
Alkohol, guter Wein
****
Vinoterra, 2200 Kisiskhevi, Tsinandali weiss
2005,
: helles Stroh, recht feine, saubere Frucht,
am Gaumen sehr eigenwillige Aromatik,
erinnert an wilde Reben, sehr
charakteristischer Wein aus Rkaziteli
****
Teliani Valley, 0159 Tbilisi, Kachetien
Saperavi 2004:
dichtes Rubin, Bienenwachs und Banane im
Duft, am Gaumen recht elegant, noch junges
Tannin
***
Vinoterra, 2200 Kisiskhevi, Kachetien Kisi
Clay Jar Fermented 2005:
dunkles, oxidatives Gelb, nussig in der
Nase, Banane, sehr trocken, recht leichter,
aber guter und fester Aperitivwein
***
Georgian Wine & Spirits Copany, 2200
Telavi, Kachetien Saperavi 2005 Reserve:
dichtes, frisches Rubin, Nase verhalten,
wenig Ausdruck, Säure und Stoff fallen
auseinander
***
Teliani Valley, 0159 Tbilisi, Kachetien
Tsolikuri 2005: leuchtendes Gelb, etwas
muffig, Eigelb in der Nase, am Gaumen
besser, recht saftig und stoffig
offen fehlerhafter oder nicht
zu beurteilender Wein (Flaschenproblem)
*
zu einfacher, evtl.
auch leicht fehlerhafter Wein, nicht empfehlenswert
**
Wein mit einem Minimum
an Qualitäten, akzeptabel wenn im unteren Preisbereich
***
befriedigender,
ansatzweise typischer Wein, angenehm zu trinken
****
guter bis sehr guter Vertreter
seiner Art und seines Jahrgangs
*****
Spitzenwein
von internationalem Format
*****
Traumweine,
die kleine Elite 1)
*
- **** ?
nicht
eindeutig zu bewertender Wein
Weinproben von Eno WorldWine werden
soweit wie möglich unter optimalen Bedingungen, wenn es geht blind
durchgeführt, um eine eventuelle Verfälschung der Resultate,
Voreingenommenheit und Irrtümer auszuschalten. Auch dann aber sind
Verkostungs-Urteile immer nur subjektive Momentaufnahmen und hängen
nicht zuletzt von der Authentizität der Proben ab, die uns präsentiert
werden. Die Redaktion lehnt deshalb jede Haftung für Weine ab, deren
geschmackliche Qualitäten nicht den hier geschilderten Eindrücken
entsprechen. Unsere Bewertungen stellen eine Synthese aus aromatischem
und geschmacklichem Volumen, Typizität, Alterungsfähigkeit und
Trinkgenuss dar. Eno-Verlag distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt
aller evtl. in diesen Reports verlinkten Seiten und übernimmt keinerlei
Verantwortung für die Verfügbarkeit der Weine sowie
für den Geschäftsverkehr mit den jeweiligen Firmen wird keine Haftung
übernommen.
1) Die
Unterscheidung zwischen Spitzen- und Traumweinen wird erst in unseren
Verkostungsreports ab Januar 2003 getroffen. Im Datenbank-Archiv sind
diese Traumweine mit *****+ gekennzeichnet.
Unser Punktesystem:
Weingüter
Die große Zahl von Verkostungen, die wir
in den letzten Jahren durchführen konnten, erlaubt es uns, auf dieser Basis jetzt auch die
Erzeugerbetriebe insgesamt zu bewerten. Um
diese Wertung deutlich gegenüber der Weinbewertung abzusetzen, vergeben
wir für Erzeuger maximal drei Sterne (@,
in älteren Reports auch P),
allerdings mit Zwischenstufen. Diese Weingutsbewertungen sind natürlich nur dort möglich, wo
wir eine gewisse Mindestanzahl Weine bzw. Jahrgänge verkosten konnten und
stellen eine Langzeitbewertung auf Basis der letzten 10 - 15 Jahrgänge dar, die vom Eindruck eines
bestimmten Tastingreports, d. h. einer Momentaufnahme, abweichen kann. Um die aktuelle Leistungsfähigkeit
eines Erzeugers korrekt einschätzen zu können, sollten daher immer
sowohl die Langzeitbewertung als auch die konkreten
Verkostungsergebnisse berücksichtigt werden.
@@@
Die kleine
Elite der Region und des Landes, gehört zu den Spitzenweingütern
der Welt
@@
Sehr gute
Erzeuger mit stabiler Qualität
@
Erzeuger mit
meist guten Weinqualitäten
@
halbe Sterne
EWW-Weinkategorien:
Um unseren Lesern jenseits aller
Herkunftsbezeichnungen und Geschmacksangaben auf den Etiketten einen
Hinweis zu geben, zu welchem Geschmackstyp die verkosteten Weine
gehören, haben wir das Weinspektrum in 14 Kategorien
eingeteilt, die ab 2006 hin und wieder zusätzlich zu den Bewertungen angeführt werden:
1
Leichte,
trockene Weißweine
2
Kräftige,
trockene Weißweine
3
Roséweine
4
Leichte,
fruchtbetonte Rotweine
5
Fruchtbetonte,
kräftige Rotweine
6
Tanninbetonte,
kräftige Rotweine
7
Schwere,
alkoholreiche Rotweine
8
Deutlich
restsüße bzw. süße Weißweine
9
Liebliche
bzw. süße Rotweine
10
Edelsüße
und Eis-/Strohweine
11
Trockene Likörweine
12
Süße Likörweine
13
Perlweine
14
Schaumweine
Natürlich ist eine solche, grobe
Kategorisierung zwangsläufig immer unvollkommen. Innerhalb jeder
einzelnen Gruppe wären beispielsweise Untergruppen vorstellbar. Man
könnte bei den leichten, trockenen Weißen zwischen den aromatisch
neutraleren und den Bukettweinen mit ausgeprägtem Sortenduft
unterscheiden. Bei den Edelsüßen könnte man darüber streiten, ob
nicht eine Unterteilung in alkoholschwache und alkoholreiche Weine
sinnvoll wäre, und bei den alkoholreichen Roten darüber, ob ihr nur
spezielle Weintypen wie der italienische Amarone angehören oder
generell alle Rotweine aus heißen Anbaugebieten bzw. heißen Jahren,
wenn sie ebenfalls hohe Gradationen erreichen. Aber eine solche,
weitergehende Untergliederung würde dem wichtigsten Nutzen dieser
Einteilung zuwider laufen – dem nämlich, dem Verbraucher eine erste
Orientierung im Ozean der Weintypen zu bieten.