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September 2004

Ösi-Cabernet kann reifen

Mit einer 20 Jahrgänge umfassenden Vertikalprobe führten Österreichs Cabernet-Pioniere, Anton und Andi Kollwentz aus dem Burgenland in Wiens pompösen neuen Luxusresort Palais Coburg kürzlich den Beweis, dass österreichischer Cabernet Sauvignon reifen kann ... und wie. Der Star der Verkostung war für fast alle Teilnehmer der Jungfernjahrgang 1983. Mit Ausnahme des 1997ers, den wir aus Termingründen verpassten, und des 2002ers, der in unseren normalen Verkostungsreports aufscheinen wird, bringen wir in der Folge die Verkostungsnotizen sämtlicher Weine in absteigender Reihung unserer Bewertung.

Die Verkostungs-Highlights von Eno WorldWine stellen eine Auswahl aus umfangreicheren Proben dar, die jedoch nicht immer den repräsentativen Charakter besitzen, um Thema unserer großen (Profi-)Verkostungsreports werden zu können. Die Weine sind - auch bei gleicher Punkte(Sterne)zahl - in der Reihenfolge ihrer Beurteilung (absteigend) aufgeführt. Weine aus diesen Proben, die hier nicht aufgeführt werden, können Sie mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung in unserem Verkostungs-Archiv finden.


Neusiedlersee-Hügelland Cabernet Sauvignon 1983: warmes, dichtes Rot, sehr feine, tiefe Frucht mit Hagebutte und Rosen, enorme Fruchtdichte, Länge, lebendiger, sehr schöner Wein, der beste der Serie aus 20 Jahren *****
  
2001: dickes Rubin, Lakriz und Frucht, etwas minzig, dichter, saftiger Körper, gute Länge, sehr schöner Wein mit Zukunft *****
  
1986: sehr dichtes, herrliches Rubin-Granat, feine Frucht, Aprikosen und Leder, großes Extgraktpaket am Gaumen, noch feste, entwicklungsfähige Tannine, sehr schöner Wein, aber zwei sehr unterschiediche Flaschen, eine zehrt bereits aus *****?
  
1987: enorme Farbdichte, großes Bukett mit Rauch, Tabak, Würze, am Gaumen frisch und saftig, nicht besonders kräftig, aber von schöner Eleganz und perfekter Balance, ungewöhnlicher Wein für sonst eher schwächeren Jahrgang *****?
  
2000: intensives, noch frisches Rubin, Cassis, Vanille und Würze, noch sehr festes, fast hartes Tannin, Tiefe und Länge, sehr klassisch wirkender Wein, wirkt besser als 2002 ****
  
1998: dichtes, noch sehr frisches Rubin, großer Körper, sehr schönes reifes Tannin, Länge im Abgang ****
  
1990: warmes, dichtes Rot, tiefe Aromen, Finesse, Frucht mit Ledertönen, sehr kompakter Körper, noch frisches Tannin, schöne Fülle und Textur, kann noch weiter reifen ****
  
1993: dichte, reife Frabe, schon weit entfaltetes, leicht animalisches Bukett, Gerberei und Tabak, am Gaumen Saft und Stoff, schöne Länge, lebendiger, gut gereifter Wein, Bewertung wie vor neun Jahren ****
  
1992: sehr heißes, reifes Jahr, noch recht frische Farbe, sehr würzige Frucht mit etwas Liebstöckl in der Nase, Lakritz, auch am Gaumen noch frisch, lebendige Säure, trinkreifer Wein ****
  
1985: erster Jahrgang mit Barriqueausbau, reifes Granat, sehr offener Duft, viel Leder, am Gaumen noch viel herbes Tannine, nicht mehr genügend Saft dahinter, eine zweite Flasche ist besser, zeigt mehr Leben und Dichte ****?
  
1995: gute Farbe, verhaltene, saubere Frucht in der Nase, zimtiger, feiner Extrakt, schon trinkreifer, harmonischer Wein ****
  
1989: sehr reife, warme Farbe, in der Nase noch frisch, Leder, Tabak, Fülle am Gaumen, strenge, eine Spur bittere Tannine, hat aber auch noch genug Leben, um sich weiter zu entwickeln ****?
  
1994: noch sehr frische, dichte Farbe, feine Tabaknoten, Himbeere und Zimt, sehr tiefe Frucht, Tannine etwas zu hart für die Frucht, fraglich, ob sich Harmonie noch einstellen wird, deutlich schwächer, als bei Verkostung im Jahr 1997 ****
  
1988: reifes Granat, sehr schöne Lederaromen, am Gaumen schlank, harmonisch und trinkreich, noch eine leichte Schicht Tannine spürbar, sollte aber getrunken werden ****
  
1999: intensive, frische Farbe, Naes mit feiner Cassisfrucht, Eleganz, Tannin etwas zu trocken, evtl. nicht optimale Flasche, die anderen Flaschen scheinen besser ***?
  
1991: warmes Rot, verhaltene Frucht, am Gaumen säurebetont, noch sehr lebendiger, aber nicht sehr reicher und komplexer Wein ***
  
1984: schon zu reifes, nicht mehr sehr dichtes Rot, merkwürdig süßliche Nase, Madeiratöne, am Gaumen wirkt der Wein bereits leer und über den Punkt ??

Die bisherigen Verkostungs-Highlights

ProWein Highlights 2008 03/08
Erschwinglicher Bordeaux 11/07
Georgien - Georgia on my mind ... 7/07
Portugal - Großes im Verborgenen 4/06
Listrac-Vertikale 02/06
Altehrwürdige Vinx Doux Naturels 01/06
Südafrika in London 11/05

Klassifizierte Australier 10/05

Swiss - on Top 09/05

Languedoc - preiswert & gut 01/05

Spanische Legende - Único 11/04

Cabernet aus Österreich 09/04
Bordeaux-Grands-Crus 08/04
Gewürztraminer 07/04
Anteprima Toskana 06/04
Südafrikanische Icon-Wines 05/04
Venetien & Sardinien 03/04

Toskana in Hamburg 02/04
Ungarn und Griechenland 01/04

Highlights vor 2004

Navarra und Ribera del Duero 11/03 ++ Baden-Toskana in HH 10/03 ++ Toskanische Küste 09/03 ++ Ardèche 02/03 ++ Traumweine des Jahres 2002 01/03 ++ Louis Jadot - Corton und Vougeot12/02 ++ Lageder - Römigberg-Vertikale 11/02 ++ Champagner - und die anderen .... 10/02 ++ Sassicaias Jünger - en primeur 09/02 ++ Unbekanntes weißes Bordeaux 08/02 ++ Süsses aus Österreich 07/02 ++ Rote Spitzen-Australier 06/02 ++  Neuseeland in Hamburg 06/02 ++ Österreich - Rotweingipfel 06/02 ++ Rheinhessen 05/02 ++ Reifer Barolo 05/02 ++ California meets Berlin 04/02 ++ Sachsen & Sachsen-Anhalt 04/02 ++ Deutscher Pinot 03/02 ++ Portwein 02/02 ++  Gallo's California 02/02 ++ Spanische Klasse 01/02 ++ Schweizer Spitzen 01/02 ++ Stilvergleich F/I/D 01/02 ++ Bourg-Sauternes 12/01 ++ Italien - Antinori 12/01 ++ Verschiedenes Frankreich 11/01 ++ Verschiedenes Portugal 11/01


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Unser Punktesystem: Weine
 
-- / ?? offen fehlerhafter oder nicht zu beurteilender Wein (Flaschenproblem)
* zu einfacher, evtl. auch leicht fehlerhafter Wein, nicht empfehlenswert
** Wein mit einem Minimum an Qualitäten, akzeptabel wenn im unteren Preisbereich 
*** befriedigender, ansatzweise typischer Wein, angenehm zu trinken
**** guter bis sehr guter Vertreter seiner Art und seines Jahrgangs
***** Spitzenwein von internationalem Format
***** Traumweine, die kleine Elite 1)
* - **** ? nicht eindeutig zu bewertender Wein

Weinproben von Eno WorldWine werden soweit wie möglich unter optimalen Bedingungen, wenn es geht blind durchgeführt, um eine eventuelle Verfälschung der Resultate, Voreingenommenheit und Irrtümer auszuschalten. Auch dann aber sind Verkostungs-Urteile immer nur subjektive Momentaufnahmen und hängen nicht zuletzt von der Authentizität der Proben ab, die uns präsentiert werden. Die Redaktion lehnt deshalb jede Haftung für Weine ab, deren geschmackliche Qualitäten nicht den hier geschilderten Eindrücken entsprechen. Unsere Bewertungen stellen eine Synthese aus aromatischem und geschmacklichem Volumen, Typizität, Alterungsfähigkeit und Trinkgenuss dar. Eno-Verlag distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt aller evtl. in diesen Reports verlinkten Seiten und übernimmt keinerlei Verantwortung für die Verfügbarkeit der Weine sowie für den Geschäftsverkehr mit den jeweiligen Firmen wird keine Haftung übernommen.

1) Die Unterscheidung zwischen Spitzen- und Traumweinen wird erst in unseren Verkostungsreports ab Januar 2003 getroffen. Im Datenbank-Archiv sind diese Traumweine mit *****+ gekennzeichnet.

Unser Punktesystem: Weingüter

Die große Zahl von Verkostungen, die wir in den letzten Jahren durchführen konnten, erlaubt es uns, auf dieser Basis jetzt auch die Erzeugerbetriebe insgesamt zu bewerten. Um diese Wertung deutlich gegenüber der Weinbewertung abzusetzen, vergeben wir für Erzeuger maximal drei Sterne (@, in älteren Reports auch P), allerdings mit Zwischenstufen. Diese Weingutsbewertungen sind natürlich nur dort möglich, wo wir eine gewisse Mindestanzahl Weine bzw. Jahrgänge verkosten konnten und stellen eine Langzeitbewertung auf Basis der letzten 10 - 15 Jahrgänge dar, die vom Eindruck eines bestimmten Tastingreports, d. h. einer Momentaufnahme, abweichen kann. Um die aktuelle Leistungsfähigkeit eines Erzeugers korrekt einschätzen zu können, sollten daher immer sowohl die Langzeitbewertung als auch die konkreten Verkostungsergebnisse berücksichtigt werden.

@@@ Die kleine Elite der Region und des Landes, gehört zu den Spitzenweingütern der Welt
@@ Sehr gute Erzeuger mit stabiler Qualität
@ Erzeuger mit meist guten Weinqualitäten 
@ halbe Sterne 

EWW-Weinkategorien:

Um unseren Lesern jenseits aller Herkunftsbezeichnungen und Geschmacksangaben auf den Etiketten einen Hinweis zu geben, zu welchem Geschmackstyp die verkosteten Weine gehören, haben wir das Weinspektrum in 14 Kategorien eingeteilt, die ab 2006 hin und wieder zusätzlich zu den Bewertungen angeführt werden:

1 Leichte, trockene Weißweine 
2 Kräftige, trockene Weißweine
3 Roséweine
4 Leichte, fruchtbetonte Rotweine
5 Fruchtbetonte, kräftige Rotweine
6 Tanninbetonte, kräftige Rotweine
7 Schwere, alkoholreiche Rotweine
8 Deutlich restsüße bzw. süße Weißweine
9 Liebliche bzw. süße Rotweine
10 Edelsüße und Eis-/Strohweine
11 Trockene Likörweine
12 Süße Likörweine
13 Perlweine
14 Schaumweine

Natürlich ist eine solche, grobe Kategorisierung zwangsläufig immer unvollkommen. Innerhalb jeder einzelnen Gruppe wären beispielsweise Untergruppen vorstellbar. Man könnte bei den leichten, trockenen Weißen zwischen den aromatisch neutraleren und den Bukettweinen mit ausgeprägtem Sortenduft unterscheiden. Bei den Edelsüßen könnte man darüber streiten, ob nicht eine Unterteilung in alkoholschwache und alkoholreiche Weine sinnvoll wäre, und bei den alkoholreichen Roten darüber, ob ihr nur spezielle Weintypen wie der italienische Amarone angehören oder generell alle Rotweine aus heißen Anbaugebieten bzw. heißen Jahren, wenn sie ebenfalls hohe Gradationen erreichen. Aber eine solche, weitergehende Untergliederung würde dem wichtigsten Nutzen dieser Einteilung zuwider laufen – dem nämlich, dem Verbraucher eine erste Orientierung im Ozean der Weintypen zu bieten.