Der ENO-Verlag hat auf die Gestaltung und
den Inhalt der auf seinen Seiten verlinkten Fremdangebote keinen
Einfluss und distanziert sich ausdrücklich von ihnen. Sobald uns rechts-
bzw. sittenwidrige Elemente zur Kenntnis gelangen, werden die betreffenden Links entfernt.
Eine
recht umfangreiche Präsentation neuseeländischer Weine, die kürzlich
in Hamburg stattfand, bot Gelegenheit, Weiße und Rote des
ozeanischen Landes zu verkosten, die bei uns durchaus noch nicht
zum alltäglichen Bild gehören. Auch wenn heute allseits vor
allem vom Sauvignon blanc der Antipoden geschwärmt wird: was in
Hamburg gezeigt wurde, war insgesamt nicht viel mehr als
ordentliche, recht biedere Hausmannskost. Wenn man in der Neuen
Welt - Südafrika, Chile, Australien - immer wieder auf den
Modellcharakter neuseeländischer Weine angesprochen wird, so
suchte man in dieser Verkostung Weine, die eine solche Position hätten
einnehmen können, vergeblich. Eher gefielen die Roten noch besser
als die Weißen, aber das kann eventuell auch daran gelegen haben,
dass die teilnehmenden Güter nicht repräsentativ für die
Gesamtproduktion des Landes waren.
Die Verkostungs-Highlights von
Eno WorldWine stellen eine Auswahl aus umfangreicheren Proben dar,
die jedoch nicht immer den repräsentativen Charakter besitzen, um
Thema unserer großen (Profi-)Verkostungsreports werden zu können.
Die Weine sind - auch bei gleicher Punkte(Sterne)zahl - in der
Reihenfolge ihrer Beurteilung (absteigend) aufgeführt. Weine aus
diesen Proben, die hier nicht aufgeführt werden, können Sie mit
einer gewissen zeitlichen Verzögerung in unserem Verkostungs-Archiv
finden.
Schubert
Wines, Martinborough
- Hawkes Bay Cabernet Sauvignon 1999: dichtes,
leuchtendes Rot, zedrige Nase mit Schokolade und Minze, am
Gaumen eine Spur vegetal, aber elegante Struktur, gute,
lebendige Tannine und Länge im Abgang
*****
Schubert
Wines, Martinborough
- Hawkes Bay - Martinborough Syrah 1999: dichtes,
intensives Rot, Zimt, Beeren, Backwerk, Aprikose, Dichte am
Gaumen, sehr schöner Wein mit Frucht und Struktur, etwas
Alkohol betont
****
Jackson
Estate, Renwick,
Marlborough - Marlborough Pinot noir 2001: helles
Rot, stieliger Dfut, recht gute, saftige Konsistenz am
Gaumen mit angenehmer Säure, die den Abgang lange trägt
****
Trinity
Hill, Stortford
Lodge, Hastings - Gimblett Road - Hawkes Bay Chardonnay
2000: schönes Gelb, süße Frucht, Vanille, Blüten,
guter Stoff und Länge im Abgang, trotz Holzausbau recht
fruchtig und saftig
****
Tohu
Wines, Lower Hutt - Gisborne
Chardonnay 1999 Reserve: gutes Strohgelb, Butterscotch,
recht gute Struktur, aber zu wenig Charme und Länge
****
Montana
Wines, Glen Innes,
Auckland - Hawkes Bay Cabernet Sauvignon - Merlot Church
Road 1998: dichtes, intensives Rot, saubere Frucht in
der Nase, klar strukturierter, recht eleganter Wein ohne
allzu viel Länge und Tiefe
Montana
Wines, Glen Innes,
Auckland - East Coast Cabernet Sauvignon 2000:
leuchtendes, frisches Rubin, Cassisnoten, guter Stoff, weich
und füllig am Gaumen
****
Putiki
Bay Vineyard, Te
Whau Point, Waiheke Island - Waiheke Island Pinot noir
2000: sehr helles, sehr reifes Rot, angenehmer Duft,
Unterholz, am Gaumen Stoff und gute Struktur, Ansatz von Länge
im Abgang
****
Montana
Wines, Glen Innes,
Auckland - East Coast Chardonnay 2001: helles Stroh,
Apfel, fast aromatischer Charakter, am Gaumen klare
Struktur, aber etwas wenig Ausdruck und Komplexität
***
Montana
Wines, Glen Innes,
Auckland - Marlborough Sauvignon blanc 2001: sehr
hell, leichte, etwas grasige Frucht in der Nase, auch
exotische Noten, gute Säurestruktur, aber zu wenig Stoff,
Kraft und Länge
***
Trinity
Hill, Stortford
Lodge, Hastings - Shepherds Croft - Hawkes Bay Chardonnay
2000: schönes Strohgrün, Nase mit Duft von
Apfelschale, Saft, Schmelz und gute Länge im Abgang
offen fehlerhafter oder nicht
zu beurteilender Wein (Flaschenproblem)
*
zu einfacher, evtl.
auch leicht fehlerhafter Wein, nicht empfehlenswert
**
Wein mit einem Minimum
an Qualitäten, akzeptabel wenn im unteren Preisbereich
***
befriedigender,
ansatzweise typischer Wein, angenehm zu trinken
****
guter bis sehr guter Vertreter
seiner Art und seines Jahrgangs
*****
Spitzenwein
von internationalem Format
*****
Traumweine,
die kleine Elite 1)
*
- **** ?
nicht
eindeutig zu bewertender Wein
Weinproben von Eno WorldWine werden
soweit wie möglich unter optimalen Bedingungen, wenn es geht blind
durchgeführt, um eine eventuelle Verfälschung der Resultate,
Voreingenommenheit und Irrtümer auszuschalten. Auch dann aber sind
Verkostungs-Urteile immer nur subjektive Momentaufnahmen und hängen
nicht zuletzt von der Authentizität der Proben ab, die uns präsentiert
werden. Die Redaktion lehnt deshalb jede Haftung für Weine ab, deren
geschmackliche Qualitäten nicht den hier geschilderten Eindrücken
entsprechen. Unsere Bewertungen stellen eine Synthese aus aromatischem
und geschmacklichem Volumen, Typizität, Alterungsfähigkeit und
Trinkgenuss dar. Eno-Verlag distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt
aller evtl. in diesen Reports verlinkten Seiten und übernimmt keinerlei
Verantwortung für die Verfügbarkeit der Weine sowie
für den Geschäftsverkehr mit den jeweiligen Firmen wird keine Haftung
übernommen.
1) Die
Unterscheidung zwischen Spitzen- und Traumweinen wird erst in unseren
Verkostungsreports ab Januar 2003 getroffen. Im Datenbank-Archiv sind
diese Traumweine mit *****+ gekennzeichnet.
Unser Punktesystem:
Weingüter
Die große Zahl von Verkostungen, die wir
in den letzten Jahren durchführen konnten, erlaubt es uns, auf dieser Basis jetzt auch die
Erzeugerbetriebe insgesamt zu bewerten. Um
diese Wertung deutlich gegenüber der Weinbewertung abzusetzen, vergeben
wir für Erzeuger maximal drei Sterne (@,
in älteren Reports auch P),
allerdings mit Zwischenstufen. Diese Weingutsbewertungen sind natürlich nur dort möglich, wo
wir eine gewisse Mindestanzahl Weine bzw. Jahrgänge verkosten konnten und
stellen eine Langzeitbewertung auf Basis der letzten 10 - 15 Jahrgänge dar, die vom Eindruck eines
bestimmten Tastingreports, d. h. einer Momentaufnahme, abweichen kann. Um die aktuelle Leistungsfähigkeit
eines Erzeugers korrekt einschätzen zu können, sollten daher immer
sowohl die Langzeitbewertung als auch die konkreten
Verkostungsergebnisse berücksichtigt werden.
@@@
Die kleine
Elite der Region und des Landes, gehört zu den Spitzenweingütern
der Welt
@@
Sehr gute
Erzeuger mit stabiler Qualität
@
Erzeuger mit
meist guten Weinqualitäten
@
halbe Sterne
EWW-Weinkategorien:
Um unseren Lesern jenseits aller
Herkunftsbezeichnungen und Geschmacksangaben auf den Etiketten einen
Hinweis zu geben, zu welchem Geschmackstyp die verkosteten Weine
gehören, haben wir das Weinspektrum in 14 Kategorien
eingeteilt, die ab 2006 hin und wieder zusätzlich zu den Bewertungen angeführt werden:
1
Leichte,
trockene Weißweine
2
Kräftige,
trockene Weißweine
3
Roséweine
4
Leichte,
fruchtbetonte Rotweine
5
Fruchtbetonte,
kräftige Rotweine
6
Tanninbetonte,
kräftige Rotweine
7
Schwere,
alkoholreiche Rotweine
8
Deutlich
restsüße bzw. süße Weißweine
9
Liebliche
bzw. süße Rotweine
10
Edelsüße
und Eis-/Strohweine
11
Trockene Likörweine
12
Süße Likörweine
13
Perlweine
14
Schaumweine
Natürlich ist eine solche, grobe
Kategorisierung zwangsläufig immer unvollkommen. Innerhalb jeder
einzelnen Gruppe wären beispielsweise Untergruppen vorstellbar. Man
könnte bei den leichten, trockenen Weißen zwischen den aromatisch
neutraleren und den Bukettweinen mit ausgeprägtem Sortenduft
unterscheiden. Bei den Edelsüßen könnte man darüber streiten, ob
nicht eine Unterteilung in alkoholschwache und alkoholreiche Weine
sinnvoll wäre, und bei den alkoholreichen Roten darüber, ob ihr nur
spezielle Weintypen wie der italienische Amarone angehören oder
generell alle Rotweine aus heißen Anbaugebieten bzw. heißen Jahren,
wenn sie ebenfalls hohe Gradationen erreichen. Aber eine solche,
weitergehende Untergliederung würde dem wichtigsten Nutzen dieser
Einteilung zuwider laufen – dem nämlich, dem Verbraucher eine erste
Orientierung im Ozean der Weintypen zu bieten.