Der ENO-Verlag hat auf die Gestaltung und
den Inhalt der auf seinen Seiten verlinkten Fremdangebote keinen
Einfluss und distanziert sich ausdrücklich von ihnen. Sobald uns rechts-
bzw. sittenwidrige Elemente zur Kenntnis gelangen, werden die betreffenden Links entfernt.
Pierre-Henry
Gagey vom Burgunderhaus Louis Jadot kam im September nach Hamburg,
um vor Fachpresse und Handel die Alterungsfähigkeit seiner
Grand-Cru-Weine von Clos de Vougeot und Corton Charlemagne unter
Beweis zu stellen - eine rundum geglückte Demonstration, wie die
folgenden Verkostungsnotizen beweisen.
Die Verkostungs-Highlights von
Eno WorldWine stellen eine Auswahl aus umfangreicheren Proben dar,
die jedoch nicht immer den repräsentativen Charakter besitzen, um
Thema unserer großen (Profi-)Verkostungsreports werden zu können.
Die Weine sind - auch bei gleicher Punkte(Sterne)zahl - in der
Reihenfolge ihrer Beurteilung (absteigend) aufgeführt. Weine aus
diesen Proben, die hier nicht aufgeführt werden, können Sie mit
einer gewissen zeitlichen Verzögerung in unserem Verkostungs-Archiv
finden.
Clos
de Vougeot Grand Cru 1985:
reifes Rot, Tabak und Rumtopf, am Gaumen süße Fülle,
weich und reif, schöne Länge im Abgang
*****
Corton-Charlemagne
Grand Cru 1997:
frisches, dichtes Strohgrün, nussige Frucht, Rauch, dichter
Körper mit fruchtiger Säure, gute Länge im Abgang
*****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1976:
reifes Granatrot mit leichter Brauntönung, sehr frisches
Bukett, tief, feste Struktur, süßer Extrakt
*****
Corton-Charlemagne
Grand Cru 1985: noch
frisches Gelb, Nase verschlossen, dann nussig-fruchtig, öffnet
sich sehr schön im Glas, rund und weich am Gaumen, etwas
wenig Struktur
*****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1989:
leuchtendes Granat, sehr tiefe Frucht mit Unterholz,
dichter, süßer Extrakt, noch leicht sandiges Tannin, Länge
und Eleganz
*****
Corton-Charlemagne
Grand Cru 1990:
dichtes Gelb, leichte Firne, mit der Lüftung mehr Frucht,
noch Apfelnoten, Struktur und Leben, gute Länge im Abgang
****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1997:
dichtes, schönes Rot, verschlossen, geht im Glas schön
auf, rote Grütze und Zimt, etwas wenig Struktur, aber gute
Eleganz
****
Corton-Charlemagne
Grand Cru 1999:
frisches Gelb, Nuss und Pfirsischkerne, saftige Frucht, Fülle
und Länge
****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1990:
schönes Rubin-Granat, exotische Frucht, Vanille, leichte
Pilzaromen, dichte Frucht und noch sandiges Tannin
****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1978:
reife Farbe, Unterholz, Pilze, sehr weich und süß am
Gaumen, aber noch angenehme Frische, gut gereifter Wein
****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1969:
leuchtendes Granatrot, am Gaumen sehr kompakt, noch gute
Frische, keine allzu große aromatische Komplexität
****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1992:
dichtes, frisches Rot, animalische und Beerenaromen, weit
entfaltet, feste Struktur, noch spürbares Tannin, Länge im
Abgang
****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1999:
leuchtendes Rubin, noch sehr frisch, Ganane und blaue
Beeren, Säure, Struktur, gute Länge
****
Corton-Charlemagne
Grand Cru 1979: schönes
Goldgelb, Altersnoten, Rauch, Blattwerk, leichte Firne, am
Gaumen noch lebendige Säure, aber zu wenig Körper
****
Clos
de Vougeot Grand Cru 1993:
gutes, reifes Rot, Beerenfrucht, am Gaumen etwas zu
trockenes Tannin und zu wenig Eleganz
offen fehlerhafter oder nicht
zu beurteilender Wein (Flaschenproblem)
*
zu einfacher, evtl.
auch leicht fehlerhafter Wein, nicht empfehlenswert
**
Wein mit einem Minimum
an Qualitäten, akzeptabel wenn im unteren Preisbereich
***
befriedigender,
ansatzweise typischer Wein, angenehm zu trinken
****
guter bis sehr guter Vertreter
seiner Art und seines Jahrgangs
*****
Spitzenwein
von internationalem Format
*****
Traumweine,
die kleine Elite 1)
*
- **** ?
nicht
eindeutig zu bewertender Wein
Weinproben von Eno WorldWine werden
soweit wie möglich unter optimalen Bedingungen, wenn es geht blind
durchgeführt, um eine eventuelle Verfälschung der Resultate,
Voreingenommenheit und Irrtümer auszuschalten. Auch dann aber sind
Verkostungs-Urteile immer nur subjektive Momentaufnahmen und hängen
nicht zuletzt von der Authentizität der Proben ab, die uns präsentiert
werden. Die Redaktion lehnt deshalb jede Haftung für Weine ab, deren
geschmackliche Qualitäten nicht den hier geschilderten Eindrücken
entsprechen. Unsere Bewertungen stellen eine Synthese aus aromatischem
und geschmacklichem Volumen, Typizität, Alterungsfähigkeit und
Trinkgenuss dar. Eno-Verlag distanziert sich ausdrücklich vom Inhalt
aller evtl. in diesen Reports verlinkten Seiten und übernimmt keinerlei
Verantwortung für die Verfügbarkeit der Weine sowie
für den Geschäftsverkehr mit den jeweiligen Firmen wird keine Haftung
übernommen.
1) Die
Unterscheidung zwischen Spitzen- und Traumweinen wird erst in unseren
Verkostungsreports ab Januar 2003 getroffen. Im Datenbank-Archiv sind
diese Traumweine mit *****+ gekennzeichnet.
Unser Punktesystem:
Weingüter
Die große Zahl von Verkostungen, die wir
in den letzten Jahren durchführen konnten, erlaubt es uns, auf dieser Basis jetzt auch die
Erzeugerbetriebe insgesamt zu bewerten. Um
diese Wertung deutlich gegenüber der Weinbewertung abzusetzen, vergeben
wir für Erzeuger maximal drei Sterne (@,
in älteren Reports auch P),
allerdings mit Zwischenstufen. Diese Weingutsbewertungen sind natürlich nur dort möglich, wo
wir eine gewisse Mindestanzahl Weine bzw. Jahrgänge verkosten konnten und
stellen eine Langzeitbewertung auf Basis der letzten 10 - 15 Jahrgänge dar, die vom Eindruck eines
bestimmten Tastingreports, d. h. einer Momentaufnahme, abweichen kann. Um die aktuelle Leistungsfähigkeit
eines Erzeugers korrekt einschätzen zu können, sollten daher immer
sowohl die Langzeitbewertung als auch die konkreten
Verkostungsergebnisse berücksichtigt werden.
@@@
Die kleine
Elite der Region und des Landes, gehört zu den Spitzenweingütern
der Welt
@@
Sehr gute
Erzeuger mit stabiler Qualität
@
Erzeuger mit
meist guten Weinqualitäten
@
halbe Sterne
EWW-Weinkategorien:
Um unseren Lesern jenseits aller
Herkunftsbezeichnungen und Geschmacksangaben auf den Etiketten einen
Hinweis zu geben, zu welchem Geschmackstyp die verkosteten Weine
gehören, haben wir das Weinspektrum in 14 Kategorien
eingeteilt, die ab 2006 hin und wieder zusätzlich zu den Bewertungen angeführt werden:
1
Leichte,
trockene Weißweine
2
Kräftige,
trockene Weißweine
3
Roséweine
4
Leichte,
fruchtbetonte Rotweine
5
Fruchtbetonte,
kräftige Rotweine
6
Tanninbetonte,
kräftige Rotweine
7
Schwere,
alkoholreiche Rotweine
8
Deutlich
restsüße bzw. süße Weißweine
9
Liebliche
bzw. süße Rotweine
10
Edelsüße
und Eis-/Strohweine
11
Trockene Likörweine
12
Süße Likörweine
13
Perlweine
14
Schaumweine
Natürlich ist eine solche, grobe
Kategorisierung zwangsläufig immer unvollkommen. Innerhalb jeder
einzelnen Gruppe wären beispielsweise Untergruppen vorstellbar. Man
könnte bei den leichten, trockenen Weißen zwischen den aromatisch
neutraleren und den Bukettweinen mit ausgeprägtem Sortenduft
unterscheiden. Bei den Edelsüßen könnte man darüber streiten, ob
nicht eine Unterteilung in alkoholschwache und alkoholreiche Weine
sinnvoll wäre, und bei den alkoholreichen Roten darüber, ob ihr nur
spezielle Weintypen wie der italienische Amarone angehören oder
generell alle Rotweine aus heißen Anbaugebieten bzw. heißen Jahren,
wenn sie ebenfalls hohe Gradationen erreichen. Aber eine solche,
weitergehende Untergliederung würde dem wichtigsten Nutzen dieser
Einteilung zuwider laufen – dem nämlich, dem Verbraucher eine erste
Orientierung im Ozean der Weintypen zu bieten.